In Ruhe eine Kirche besuchen – für viele gläubige Christen eine Wunschvorstellung.

Foto: Heretiq / Wikimedia (CC BY-SA 2.5)
Nicht jeder, der Frieden predigt, wird ihn auch bekommen

Wie unfassbar die Lage mancher Christen ist, zeigt der neueste Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfswerks „Open Doors“. 2019 waren weltweit 260 Millionen von insgesamt zwei Milliarden Christen wegen ihres Glaubens Druck und Gewalt ausgesetzt. 2.938 davon wurden getötet. Zum Vergleich: Im Jahr davor belief sich die Zahl der verfolgten Christen auf 247 Millionen. Warum dieser Anstieg? Einerseits gäbe es, laut der NGO, generell eine wachsende Zahl an Christen und andererseits stiegen die Repressionen gegen Christen in Indien, China und Afrika (südlich der Sahara) an.

Meiste Morde durch „Boko Haram“

Zusätzlich ist der Dschihadismus zu nennen. Eine extremistische Strömung, die in den Augen ihrer Anhänger islamischen Terrorismus rechtfertigt. Die islamisch motivierte Unterdrückung von Christen durch radikale Gruppen wie dem IS im Nahen Osten oder „Boko Haram“ in Nigeria fordert die meisten Opfer. Die größte Anzahl von Morden an Christen gab es 2019 laut „Open Doors“ in Nigeria, der Zentralafrikanischen Republik und auf Sri Lanka, einem mehrheitlich buddhistischen Staat, wo Moslems wie auch Christen nur eine kleine Minderheit bilden.

Staatsgewalt gegen Christen in Nordkorea und China

Besonders prekär sind die Christenverfolgungen in Nordkorea. Der Theologe Christof Sauer geht sogar davon aus, dass die Lage der dort lebenden Christen „lebensgefährlich“ sei. Eine „diktatorische Paranoia“ führe laut Sauer zur Bedrängung der Christen. Auch in China bekommen gläubige Christen die Staatsgewalt zu spüren. Im letzten Jahr wurde angeordnet, Kreuze von Kirchen zu entfernen und im inneren der Glaubenshäuser Kameras anzubringen, die auf die Gläubigen gerichtet waren. Fraglich, wer unter diesen Voraussetzungen seinen Glauben auslebt.

Saudi-Gedankengut mitten im „toleranten“ Wien

Obwohl vom IS offiziell distanziert, erlaubt der arabische Paradestaat Saudi Arabien keine öffentliche Religionsausübung von Christen, schiitischen Moslems, Hindus oder Buddhisten. Zurschaustellung von Religiosität, die dem Königshaus missfällt, oder gar eine Konversion endet nicht selten mit der Todesstrafe. Ein glatter Widerspruch zur Religionsfreiheit Europas – möchte man meinen. In Wien befindet sich seit 2011 der Sitz des „König Abdullah Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ (kurz: KAICIID). Eine internationale Organisation, gegründet von Österreich, Spanien und Saudi Arabien. Wie verträgt sich diese Tatsache mit der in Österreich verfassungsrechtlich verankerten Religionsfreiheit?

Jeder zehnte Christ wird diskriminiert

Seit Beginn des Jahres 2019 hat Österreich den Vorsitz im UNO Menschenrechtsrat. Dessen thematischer Schwerpunkt ist es unter anderem, sich für Religionsfreiheit in der Welt einzusetzen. Die Umsetzung dieser Verantwortung ruht nun auf den Schultern der neuen Regierung. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass es auch in westlichen Ländern mitunter zu Ausgrenzung und Diffamierungen von Christen kommt, wenn sie nicht ins säkulare Schema der Zeit passen. Fakt ist: Weltweit erfährt ungefähr jeder zehnte Christ Ausgrenzung, Benachteiligung, Hass oder offene Verfolgung. – Und das in einem so „toleranten“ und „weltoffenen“ Zeitalter wie dem unseren.

 

 

 

Syrien

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