Félix Tshisekedi, Präsident der Republik Kongo, hatte beim Weltwirtschaftsforum in Davos einen großen Auftritt, seine Delegation in zwei Hotels.

Foto: https://www.youtube.com/watch?v=sldnLMU19ic / Wikimedia (CC BY 3.0)
Weltwirtschaftsforum: Kongolesische Davos-Delegierte als Zechpreller

Die Schweiz ist teuer. Das erfuhr auch die Delegation aus dem Kongo bei ihrem Besuch des Weltwirtschaftsforums in Davos.

Die kongolesische Botschaft in Bern hatte Zimmer in zwei Hotels in der Gemeinde Arosa gebucht, etwa eineinhalb Autostunden von Davos entfernt. Schon bei der obligatorischen Anzahlung kam es zu Problemen, so Marco Bühler vom Hotel Chamanna und Hansjörg Oliveira da Cruz vom Hotel Bellevue:

Ich habe, wie üblich, versucht, einen Teil der Gesamtkosten von der Kreditkarte abzubuchen. Und dann habe ich bemerkt, dass die Kreditkarte ungültig ist, also dass falsche Angaben gemacht wurden.

Erfolglose Kontaktnahme

Die Hoteliers bemühten sich, Kontakt zur Botschaft in Bern herzustellen – ohne Erfolg. Am Sonntag vor Beginn des Weltwirtschaftsforums nahmen überraschend zwei kongolesische Herren die Hotels in Arosa für die Delegation in Augenschein. Aber die Anzahlung leisteten sie nicht. Beide Hoteliers vertrauten immer noch auf die Seriosität der Gäste. Bühler dazu:

Wir sprechen ja hier von einer Regierung und nicht von irgendwelchen Privatpersonen.

Dennoch habe er sicherheitshalber eine Ausweiskopie des Buchers aus dem Kongo angefertigt.

Abreise ohne Zahlen

Beim Eintreffen der Gäste erklärte der Hauptbucher, dass die Delegierten selber zahlen sollten, was Bühler akzeptierte unter der Bedingung, dass der Hauptbucher für alle nicht bezahlten Zimmer hafte. Doch tags darauf habe ihm der Hauptbucher erklärt, er würde nicht bezahlen, weil er kein Geld habe, so der geprellte Hotelbetreiber. Ähnlich sei es auch im Hotel Bellevue gewesen.

Die Gäste kratzten dann alles Geld, das sie hatten, zusammen, um eine Nacht bezahlen zu können. Eine zweite Gruppe, die erst nachts angekommen war, habe allerdings kein Geld dabei gehabt. Diese habe das Hotel erst verlassen, nachdem der Hotelbetreiber bei der Polizei angerufen habe.

Kongo misstraut Schweizer Hoteliers

Eine offizielle Stellungnahme aus dem Kongo gibt es bis heute nicht. Der Sprecher des Präsidenten begnügte sich bisher damit, einen Tweet seiner Stellvertreterin zu teilen:

Welches seriöse Hotel in Europa würde einen Besucher aufnehmen, ohne dass die Check-In-Gebühr bezahlt wurde?

Forderung zurückgewiesen

Die Kongolesen zweifeln die Glaubwürdigkeit der Hoteliers an. Ein Abgeordneter der kongolesischen Regierungspartei UDPS weist die Forderungen der Schweizer überhaupt gleich zurück. Kein einziges Delegationsmitglied habe seine Rechnung nicht beglichen.

Die Hoteliers sind inzwischen in Kontakt mit Vertretern des Weltwirtschaftsforums und der kongolesischen Botschaft in Bern getreten. Sie hätten daraus gelernt, so die beiden. Gäste aus dem Kongo würden sie auch ein weiteres Mal wieder aufnehmen. Aber sie bekämen die Zimmerschlüssel nur, wenn alles im Voraus bezahlt ist.

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