Nach dem Brexit mehren sich die Stimmen, die für die Unabhängigkeit Schottlands von Großbritannien eintreten. Rückhalt erhalten sie aus Politik und Kirche.

Foto: Andrew Gray / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Schottische Patrioten mit neuem Vorstoß für Unabhängigkeit

Von den etablierten Medien zumeist politisch korrekt totgeschwiegen, zeigt die schottische Nationalbewegung keine Zeichen von Müdigkeit oder Schwäche. Vielmehr ist man auf den verschiedenen Ebenen höchst aktiv und weiterhin nicht gewillt, klein beizugeben.

Mutige Ministerpräsidentin

Die schottische Ministerpräsidentin und Vorsitzende der in Edinburgh regierenden „Schottischen Nationalpartei“ (SNP) Nicola Sturgeon mahnte vor dem Hintergrund des Austritts des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union wiederholt das Recht ein, ein erneutes Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands abhalten zu dürfen. Nicht nur Ministerpräsidentin Sturgeon weist darauf, dass beim ersten Referendum 2014 von Gegnern der schottischen Unabhängigkeit behauptet wurde, gerade ein Verbleib des schottischen Volkes im Vereinigten Königreich sichere den Verbleib in der Europäischen Union. Dass sich diesbezüglich die Bedingungen aber längst gründlich geändert haben, sollten sie überhaupt je bestanden haben, ist nicht von der Hand zu weisen.

Deutliche Mehrheit im schottischen Parlament

Wie sogar die öffentlich-rechtliche Rundfunk- und Fernsehanstalt des Vereinigten Königreiches BBC berichtete, unterstützt das schottische Parlament mit deutlicher Mehrheit, genau diese Position mit der Begründung, dass sich die grundlegenden Gegebenheiten für einen Verbleib im Vereinigten Königreich oder aber für die nationale Unabhängigkeit für Schottland drastisch verändert haben. Hinzu kommt, dass sich Demonstrationszüge der schottischen Unabhängigkeitsbewegung in jüngster Zeit in den verschiedenen Städten Schottlands eines beachtlichen Zulaufs erfreuen.

Ermutigende Signale

Hat die EU bisher den Zusammenhalt des Vereinigten Königreiches unterstützt, so weht nun allmählich aus Brüssel ein anderer Wind. Die Europaabgeordneten der SNP wurden wiederholt betont freundlich behandelt, um nicht zu sagen als Helden gefeiert. Der frühere Präsident des Europäischen Rates, Donald Tusk, meinte nun ganz offen, ein EU-Mitglied Schottland werde man herzlich mit offenen Armen empfangen. Der langjährige britische konservative Spitzenpolitiker Michael Heseltine schießt seinerseits einen Zusammenbruch des Vereinigten Königreiches nicht mehr aus.

Wie unzensuriert längst verdeutlichte, setzen sich die größten christlichen Kirchen Schottlands gemeinsam für die Bibelausgabe in Gälisch, der nationalen Sprache Schottlands, ein. Für die Protestanten wie die Katholiken Schottlands ist es kein Widerspruch, ein guter Christ und zugleich schottischer Nationalist zu sein.

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