Maltas roter Ex-Regierungschef Joseph Muscat soll sich in seiner Amtszeit vom mordverdächtigen Unternehmer Yorgen Fenech reich beschenken haben lassen.

Foto: Arne Müseler / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0-DE)
Mordfall Galizia: Teure Geschenke von Hauptverdächtigem an Ex-Ministerpräsident

Ein neuer Knalleffekt erschüttert die Innenpolitik Maltas. Ein knappes Monat nach dem Rücktritt des sozialistischen Ministerpräsidenten Joseph Muscat tauchte eine höchst brisante Geschenkeliste auf. Einer der prominenten Gönner des ehemaligen roten Spitzenpolitikers ist kein geringerer als der seit November 2019 in Untersuchungshaft sitzende Hauptverdächtige im Mordfall Galizia, Yorgen Fenech.

Fenech, dem angelastet wird, mutmaßlicher Bestimmungstäter und damit Auftraggeber des Mordes vom Oktober 2017 an der Journalistin Daphne Caruana Galizia zu sein, findet sich ganz oben in der Liste der großzügigen Freunde des Ex-Ministerpräsidenten.

Teure Uhr und teure Weine für Ex-Regierungschef

Die Liste der Geschenke, die in der Amtszeit 2013 bis 2020 an Ex-Regierungschef Muscat übergeben worden sein sollen, führen unter anderem eine 20.000 Euro teure Bulgari-Uhr aus einer auf 25 Stück beschränkten Edition an. Diese soll zu Weihnachten 2014 an den roten Spitzenpolitiker als Geschenk Fenechs übergeben worden sein.

Damit nicht genug, sollen auch teure Bordeaux-Weine anlässlich des Geburtstags von Muscat und seiner Zwillingstöchter von Fenech an Muscat geschenkt worden sein.

Politiker-Schmiergelder aus Briefkastenfirmen

Unabhängig von den teuren Geschenken an Muscat durch Fenech, die jetzt aufgetaucht sind, ist der Tourismus-, Glücksspiel- und Energieunternehmer auch für ein umfangreiches Briefkastenfirmen-System verantwortlich. Und über dieses System sollen wiederum Schmiergelder an den ehemaligen Energie- und Tourismusminister Konrad Mizzi und den ehemaligen Regierungsstabschef Keith Schembri geflossen sein.

Schmiergelder, die mit dem Bau eines Gaskraftwerks auf Malta zusammenhängen und wo Interessen bis nach Aserbaidschan, Panama und in die Schweiz reichen.

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