Auf Wikipedia wird behauptet, der Politiker Franz Dinghofer sei NSDAP-Mitglied gewesen. Die Korrektur eines Historikers, der das Gegenteil nachweisen konnte, wurde wieder gelöscht.

Foto: Screenshot wikipedia.org
Nicht Fakten, sondern Wikipedia bestimmt, was richtig ist

Ist Wikipedia tatsächlich die „freie Online-Enzyklopädie“, das „Projekt zum Aufbau einer Enzyklopädie aus freien Inhalten, zu denen man sehr gern beitragen kann“, wie die deutsche Seite selbst vorgibt? Die gute wissenschaftliche Praxis sagt, dass das Zitieren von Wikipedia-Artikeln in wissenschaftlichen Arbeiten eher verpönt ist und, was viele bisher auch schon geahnt haben, dafür hat der Wiener Rechtshistoriker Christian Neschwara nun einen weiteren Beweis vorlegen können. Einen Beweis dafür, wie manipulativ und tendenziös Wikipedia und die Zensoren, die dahinterstehen, tatsächlich sind.

Eklatanter Fall von Manipulation

Zur Vorgeschichte: Franz Dinghofer, gegen Ende der Monarchie Linzer Bürgermeister und damit der jüngste seiner Zeit, Verkünder der Republik Deutschösterreich und schließlich Justizminister der Ersten Republik, zugleich Namensgeber des Franz-Dinghofer-Instituts und des gleichnamigen Symposiums, geriet ins Visier linker Hetzer. Sie dichteten ihm gar eine NSDAP-Mitgliedschaft an, um den deutschnationalen Politiker zu besudeln. Neschwara – wissenschaftlicher Beirat des Dinghofer-Instituts und außerordentlicher Professor für Rechtsgeschichte an der Universität Wien – war jenen Vorwürfen auf den Grund gegangen und hatte versucht, mit dem Ergebnis seiner Recherchen den Wikipedia-Eintrag über Franz Dinghofer zu ergänzen.

Beweise eines anerkannten Historikers ignoriert

Was dann passierte, ist allerdings ein eklatanter Fall von Manipulation: Wie Neschwara auf seiner Internetpräsenz auf den Seiten der Universität Wien berichtet, hatte er auf Wikipedia bei dem Artikel über Dinghofer Ergänzungen und Belege eingefügt, die die Nichtmitgliedschaft Dinghofers in der NSDAP belegten. Mehrere Bearbeiter bei Wikipedia hatten diese Berichtigungen aber sukzessive wieder gelöscht:

Die auf der Wikipedia-Seite zu Franz Dinghofer von mir […] eingefügten Ergänzungen […] zur Widerlegung der Behauptung seiner Mitgliedschaft in der NSDAP […], ferner Richtigstellungen auf Grundlage neuer Literatur zu Ablauf und Ergebnis der Enteignung von Dinghofers Familiengut sowie zu seiner unmittelbar 1938 nach dem Anschluss durch die Nationalsozialisten angeordneten Entlassung wurden nahezu postwendend von mehreren ‚Bearbeitern‘ Zug-um-Zug gekürzt und schließlich von einem ‚Administrator‘ […] mit dem Benutzernamen ‚otberg‘ ganz gelöscht (‚zurückgesetzt‘)

Wahr darf nur sein, was links ist

Ebenso wurden Neschwaras Versuche, den Wikipedia-Artikel über Dinghofer mit dem Beitrag auf seiner Internetpräsenz zu verlinken von sogenannten „Oversighter“-Administratoren wieder rückgängig gemacht.

Daran, die Wahrheit darzustellen, ist man bei Wikipedia somit offensichtlich gar nicht interessiert oder anders gesagt: Gerne beitragen zu den “freien” Wikipedia-Inhalten darf anscheinend nur, wer die „richtige“, linke, Gesinnung vertritt. Vor allem politische Inhalte auf Wikipedia sollte man daher jedenfalls nur mit Vorsicht genießen.

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