Alle Jahre wieder: Die Aufgaben für die Mathematik-Matura in der Schule werden weiter vereinfacht. Kein Vergleich mit den Anforderungen früherer Zeiten.

Foto: Stefan-Xp / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Zentralmatura: Schreckgespenst Mathematik wird entschärft

Diese Woche rückte Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) wieder einmal aus, um sich mit dem leidigen Thema Zentralmatura auseinanderzusetzen. Gerade im Fach Mathematik wird dort seit Jahren herumgefuhrwerkt, unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und verschiedene Hilfsmittel ausprobiert, was zu höchst schwankenden Ergebnissen führte.

Halbe Punkte

Nachdem bereits schon für die Matura 2019 umfassende Erleichterungen – einfachere Aufgabenstellung, flexiblere Zeiteinteilung und Benotungsschlüssel – wurde nun die zusätzliche Möglichkeit, für eine Aufgabe auch halbe Punkte zu vergeben, noch einmal erweitert. Darüber hinaus werden den Maturanten jede Menge Hilfestellungen im Netz geboten, sogar eine eigene Hotline soll es ab 17. Februar geben.

All diese Maßnahmen dienen jedoch letztlich nur dazu, das Offensichtliche zu kaschieren: Nämlich dass unsere Jugend inzwischen in einem Besorgnis erregendem Maße unfähig scheint, Anforderungen zu erfüllen, die für frühere Generationen völlig normal waren.

Verengung des geistigen Horizonts

Der Maturant von 1920 musste nicht nur Integral- und Differentialrechnungen, sondern – neben seiner sonstigen, umfassenden Bildung – auch noch Latein, Französisch und Altgriechisch beherrschen; da damals Hilfsmittel wie Taschenrechner oder gar Laptop noch gar nicht existierten, mussten die Gehirne noch ganz anders getaktet sein, um diesen Anforderungen entsprechen zu können.

Nicht umsonst meint Bildungshistoriker Rainer Bölling, dass heutzutage wohl Strafanzeigen die Folge wären, würde man den Schülern ähnliche Bildungsleistungen abverlangen wie in der „guten alten Zeit“.

Linke Bildungspolitik scheitert

Ob hier linke Bildungspolitik mit ihrem Flaggschiff, der antiautoritären Erziehung, schuld an dieser Misere ist, darüber streiten sich die Geister. Fakt ist, dass zum Beispiel asiatische Länder wie China, Südkorea und Japan, einen umgekehrten Ansatz verfolgen und damit regelmäßig bei internationalen Schülervergleichen abräumen. Nicht umsonst sind Ingenieure und IT-Experten aus diesen Ländern auf dem Arbeitsmarkt heiß begehrt, während der Westen vor allem Sozialwissenschaftler, Politologen und Genderforscher produziert.

Ob die nun beschlossenen Erleichterungen für die Mathe-Matura dieser Entwicklung dienlich sind oder nicht, mag jeder selbst beurteilen.

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