Die Schwester des Mordopfers Daphne Caruana Galizia klagt das korrupte sozialistische Regime auf Malta an, das die Ermittlungen jahrelang unterdrückt und verschleppt hat.

Foto: Continentaleurope / wikimedia.org (CC-BY-SA-4.0)
Mordfall Galizia: Schwester des Opfers klagt korruptes Malta-System an

Knapp zweieinhalb Jahre liegt das tödliche Autobomben-Attentat gegen die Journalistin Daphne Caruana Galizia auf der Insel Malta zurück. Die Ermittlungen und Strafverfahren gegen die mutmaßlichen Hintermänner und Täter des Mordanschlags gegen die Aufdeckungsjournalistin gehen nur schleppend voran.

Corinne Vella, Schwester des ermordeten Opfers, klagt jetzt erneut das korrupte System auf Malta an, das sich seit der Übernahme der Regierungsgeschäfte durch den sozialistischen Ex-Ministerpräsidenten Joseph Muscat (2013 bis 2020) im EU-Mitgliedsland Malta etabliert hat.

Rotes Korruptions-System verhindert Ermittlungen

Knapp zwei Jahre hatte es gedauert, bis überhaupt die ersten manifesten Indizien im Hinblick auf die Hintermänner, Auftraggeber und Drahtzieher des Mordauftrags ans Licht gebracht wurden. Erst die von höchsten sozialistischen Regierungs- und Beamtenkreisen lange verhinderte Verhaftung des Tourismus-, Glücksspiel- und Energieunternehmers Yorgen Fenech im November 2019 brachte das Verfahren wieder ins Rollen.

Fenech beschuldigt seit seiner Inhaftierung wiederum den sozialistischen Ex-Regierungsstabschef Keith Schembri als mutmaßlichen Kopf hinter dem Mordkomplott. Gemeinsam mit dem roten Ex-Energie- und Tourismusminister Konrad Mizzi soll Schembri über Briefkastenfirmen im mittelamerikanischen Panama auf der Schmiergeldliste von Fenech gestanden haben.

Politischer Sumpf reicht tief

Dazu kommt, dass Ex-Ministerpräsident Muscat jahrelang Schirmherr von Schembri, Mizzi, Fenech & Co. war. Jüngst kamen etwa Geschenkslisten aus der Amtszeit Muscats an die Öffentlichkeit, aus denen hervorgeht, dass der Geschäftsmann Fenech den Ministerpräsidenten mit einer teuren Uhr und hochpreisigen Weinen beschenkt haben soll.

Neben der Schwester der Ermordeten engagiert sich auch der Sohn des Opfers in der Aufklärung des Mord- und Korruptionsfalls. Er erinnert in einem Interview daran, dass er die Explosion der Autobombe, einige Minuten nachdem seine Mutter das Haus verlassen hatte, noch deutlich im Ohr habe.

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