Mit einem neuen Bildungsplan will die Orbán-Regierung Familienleben und nationale Identität fördern.

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Nation statt Globalismus: Linke toben wegen neuen Bildungsplans der Orbán-Regierung

Bereits Ende Jänner verabschiedete das ungarische Bildungsministerium unter Miklós Kásler den „nationalen Grundlehrplan“ (NAT) für die Schulen in dem osteuropäischen Staat. Es dauerte nicht lange, bis sich die ersten ablehnenden Stimmen zu Wort meldeten: Prominente, aber auch Lehrer und Professoren forderten die rechtskonservative Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orbán auf, den neuen Bildungsplan wieder zurückzunehmen – mit den Werten, die den ungarischen Schülern näher gebracht werden sollen, sind viele „Intellektuelle“ des Landes nicht einverstanden.

Familie, Nation und Wehrbereitschaft

Zu viel Lehrstoff, zu viel Ideologie, und überhaupt würde der verabschiedete Bildungsplan den Schülern das eigenständige Denken abnehmen, meinen die Kritiker. Ihr Kritikpunkt an der „Ideologisierung“ zielt auf die Prinzipien, die nach dem Willen der Regierung in Schulen wieder verstärkt gelehrt werden sollen: Im Fokus des NAT stehen traditionelle Werte wie das Familienleben und nationale Identität, auch soll das neue Fach „Staatsbürgerkunde“ eingeführt werden, in dem „die emotionalen Komponenten der nationalen Gemeinschaftszugehörigkeit in die Persönlichkeit des Lernenden“ eingebaut werden sollen, wie der Spiegel schreibt. Auch ist mit dem neuen Unterrichtsfach geplant, den Kindern und Jugendlichen bewährte und traditionelle Verhaltensweisen nahezubringen.

Ein anderes, aber nicht weniger bedeutsames Augenmerk legt Káslers Ministerium auf die Wehrfähigkeit der künftigen Generationen: Verteidigung und Schutz der Heimat soll allen Ungarn als Ideal beigebracht werden, egal, ob innerhalb oder außerhalb des Militärs. Dieses Pflichtbewusstsein soll den ungarischen Staatsbürgern nicht nur den Stolz auf die Vergangenheit ihrer Nation vermitteln, sondern auch helfen, „sich Beispiele für Selbstaufopferung und Heldentum im Verteidigungs- und Freiheitskampf der ungarischen Nation zu vergegenwärtigen“.

Orbáns Bildungspolitik zeigt Wirkung

Der Vorsitzende der Vereinigung der Ungarisch-Lehrer, György D. Fenyö, schrieb in der Tageszeitung Népszava, der Bildungsplan wäre „demokratiefeindlich“ und der „Grundlehrplan einer Diktatur“, aus Universitäten und Akademien kamen jetzt die ersten Petitionen gegen das Vorhaben der Regierung, die schon etliche Reformen im Bildungssystem angestoßen hat: So wurde das ungarische Schulsystem in den letzten Jahren zentralisiert, die Akademie der Wissenschaften in Budapest wurde umstrukturiert, das bizarre Studienfach „Gender Studies“ aus den Universitäten verbannt und auch die „Central European University“ des Multimilliardärs George Soros – mittlerweise nach Wien übersiedelt – blieb den Ungarn dank dem Einsatz der Orbán-Regierung und der Fidesz-Partei erspart.

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