Unter dem Deckmantel der Satire überschreitet Peter Klien (ORF) oft die Grenzen des Anstands.

Foto: Manfred Werner / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Gute Nacht ORF! Quotendruck macht Moderatoren offenbar immer niveauloser

„…unter allen Schlampen die einzige Muti“ (Peter Klien beim Opernball-Interview mit Richard Lugner), „Ihr Gast ist ja nur dritte Wahl“ (ORF-Moderatorin zu Richard Lugner am Opernball), „Es ist auch ein gesunder Chinese auf dem Tanzparkett“ (Anspielung von Christoph Wagner-Trenkwitz auf das Coronavirus) und am Samstag, 10 Uhr, in der Nachrichtensendung von “Radio Wien”: „…der offenbar rechtsextreme Hanau-Attentäter“. Das sind nur vier unfassbare „Ausrutscher“, die sich der ORF in den vergangenen Tagen leistete.

Unfassbare Geschmacklosigkeit

Mit „Schlampen“ in Verbindung des Opernball-Gastes von Baumeister Richard Lugner, Ornella Muti, wählte ORF-Late-Night-Moderator Peter Klien (“Gute Nacht Österreich”) die brachialste Wortwahl. Lugner brach das Interview nach diesem Sager fuchsteufelswild ab – wohl zurecht. Er lasse es nicht zu, dass sein Gast beleidigt werde, hörte man ihn in der ATV-Nachbetrachtung am Freitag poltern.

Klien wollte mit diesem Wortspiel, das völlig in die Hose ging, wohl wieder besonders witzig sein. Auch unter dem Deckmantel der Satire betrachtet, wurde hier der Anstand gegenüber einer erfolgreichen Schauspielerin schwer verletzt. Die Jagd nach Quoten trieben Peter Klien, der mit seiner Dienstag-Nacht-Sendung nicht gerade auf einer Erfolgswelle schwimmt, offenbar zu dieser unfassbaren Geschmacklosigkeit.

Klien war aber nicht der einzige ORF-Mitarbeiter, der Richard Lugner auf dem Opernball zur Weißglut trieb. Die Miene des 87-Jährigen verfinsterte sich schlagartig, als eine ORF-Reporterin den Baumeister mit einer provozierenden Frage aus der Reserve locken wollte: „Ihr Gast ist ja nur dritte Wahl“, sagte sie völlig respektlos live vor der Kamera.

Linke Sprachpolizisten verschonten ORF-Mann

Schließlich leistete sich der ORF-Moderator Christoph Wagner-Trenkwitz beim Anblick eines asiatisch aussehenden Tänzers den Satz: „Es ist auch ein gesunder Chinese auf dem Tanzparkett“. Ein Wortwitz, mit dem sich der ORF-Mann deutlich zu weit aus dem Fenster lehnte. Und eine Feststellung, die vom ORF bei jedem anderen Interviewpartner sofort als rassistische Aussage eingestuft worden wäre. So aber betraf es einen ORF-Mann, der von den linken Sprachpolizisten am Küniglberg verschont blieb.

Wütende Kommentare blieben aber nicht aus: „Da hört sich der Spaß auf“, twitterte ein Internetnutzer. „Geht’s noch?“, zeigte sich ein anderer empört.

Sohn von Grün-Politiker als “Rechtsextremer”

Schließlich trauten Hörer ihren Ohren nicht, als bei den 10-Uhr-Nachrichten am Samstag auf ORF-“Radio Wien” der Moderator von einem „offenbar rechtsextremen Hanau-Attentäter“ sprach. Er meinte Tobias R. aus der hessischen Stadt Hanau, der mutmaßlich zehn Menschen und dann sich selbst getötet hat.

Der “Radio-Wien”-Moderator plapperte dem Mainstream nach, obwohl schon lange feststeht, dass der Täter ein psychisch gestörter Mensch ohne parteipolitisches Bekenntnis und Sohn eines Grünen-Politikers ist. Die wirren Gedanken des Mörders von Hanau enthielten sogar eindeutig linke Elemente: „Von Verbrechen in unterirdische amerikanischen Militäranlagen zu schwadronieren, und den USA Untaten gegen kleine Kinder vorzuwerfen, passt primär in die Welt linker Verschwörungstheorien“, schrieb auch der Journalist Andreas Unterberber in seinem Blog.

Bundesdeutsche Politiker und Medien rücken daher von ihrer Überreaktion und parteipolitischen Instrumentalisierung der Tat ab. Nur der ORF nicht. Ist die journalistische Sorgfaltspflicht ein Fremdwort oder manipuliert das Staatsfernsehen mit Absicht? Jedenfalls kann von einem „offenbar rechtsextremen Hanau-Attentäter“ keine Rede sein. Siehe auch den unzensuriert-Bericht Vater des Hanau-Mörders war offenbar Grün-Kandidat.

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