Die für nationalkonservative Bürger gegründete Blockpartei NDPD ging 1990 in der Ost-FDP auf.

Foto: NDPD / Wikimedia (PD)
Ost-FDP übernahm 1990 Reste der nationalkonservativen DDR-Partei “NDPD”

Nach der Wahl ihres Kandidaten Thomas Kemmerich durch Mandatare der Alternative für Deutschland (AfD) in Thüringen stellte sich die FDP als moralisch überlegen darf. Rund um die in der Öffentlichkeit dargestellte Scheinheiligkeit lohnt sich ein historischer Rückblick: Neben der offiziellen Staatspartei „Sozialistische Einheitspartei Deutschlands“ (SED) gab es in der DDR nach 1945 auch sogenannte Blockparteien. Das waren vom kommunistischen Regime geduldete und sogar geförderte Parteien für gewisse Bevölkerungsgruppen. Damit gab man sich den Schein einer Demokratie.

Eine dieser SED-Blockparteien war die „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NDPD). Die NDPD wurde 1948 von SED und sowjetischer Besatzungsmacht eigens dafür gegründet, um nationalkonservative Bürger, ehemalige hochrangige Wehrmachtsoffiziere, aber auch ehemalige Nationalsozialisten politisch zu betreuen und für das international-sozialistische Regime zu gewinnen.

NDPD ging in der FDP auf

Die NDPD hatte zu ihren besten Zeiten in der DDR nicht weniger als 100.000 Parteimitglieder. Sie existierte genauso lang wie die DDR. Nach der Wende bemühten sich die Freien Demokraten unter Hans-Dietrich Genscher um die bisherigen NDPD-ler. Und dieses heftige Umwerben für die DDR-Nationaldemokraten war erfolgreich. Die ehemalige Blockpartei NDPD bzw. ihre Mitglieder und Sympathisanten gingen in der neuen Ost-FDP auf.

So scheint der jüngst gegen die historisch unbelastete AfD zur Schau getragene „Kampf gegen rechts“ offenbar „situationselastisch“. Bei der Eingliederung der nationalkonservativen DDR-Partei NDPD war das 1990 jedenfalls kein Faktor.

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