Die erste Zivilmaschine, die seit acht Jahren in Aleppo landete, wurde von der Bevölkerung bejubelt.

Foto: wikimedia / Trainler (CC-BY-3.0)
Nach acht Jahren Krieg eröffnet wieder der Flughafen von Aleppo

Die Millionenstadt Aleppo im Nordwesten Syriens wurde schwer im Bürgerkrieg beschädigt. Nun haben die Truppen von Präsident Baschar al-Assad nach Jahren, neben der Stadt, auch das gesamte Umland eingenommen. Symbolisch wurde heute nach acht Jahren wieder der Flughafen eröffnet.

Radikal-muslimische Milizen aus dem Umland vertrieben

Der Nordwesten Syriens ist bis heute stark umkämpft. Während der Islamische Staat (IS), der im Zentrum und im Osten des Landes beheimatet war, nahezu vollständig besiegt wurde, wird der Nordwesten weiterhin von radikalen Moslems terrorisiert. Wie wir berichteten, treiben sich in der Gegend um die 10.000 „Gotteskrieger“ herum. Sie werden indirekt von der Türkei unterstützt. Aleppo liegt auch in dieser Region. Mit etwa zwei Millionen Einwohnern ist sie die zweitgrößte Stadt Syriens. Aleppo wurde besonders hart vom Bürgerkrieg getroffen. Die Stadt wurde bereits Ende 2016 von der Regierung zurückerobert. Die meisten der etwa zwei Millionen Einwohner leben heute wieder in der Stadt. Doch das Umland im Westen Aleppos wurde bis jetzt von den radikal-muslimischen Milizen gehalten.

Erste Landung seit acht Jahren

Letzte Woche kam die Meldung: Das gesamte Umland von Aleppo wurde zurückerobert. Darauf folgte die erste stille Nacht seit Jahren. Eine Nacht, in der keine Granate, abgefeuert aus dem Umland, im Stadtgebiet einschlug und in der kein Schuss fiel. Die Menschen feierten in Autokorsos auf den Straßen und dankten ihrem Präsidenten Assad. Symbolisch folgte am Mittwoch der Höhepunkt. Der Flughafen wurde wieder für den zivilen Verkehr geöffnet. Eine Maschine aus der Hauptstadt Damaskus landete sicher in Aleppo. Es war die erste zivile Maschine seit acht Jahren, die wieder in der Stadt landete. Das ganze Volk feierte diesen symbolischen Akt.

Strategisch wichtige Autobahn zurückerobert

Die radikal-muslimischen Kräfte hingegen mussten einen großen strategischen Verlust hinnehmen. Denn mit der Sicherung des Umlands wurde wieder die Autobahn M5 freigegeben. Die wichtigste Straße in den Norden verläuft von Aleppo aus südlich bis Hama und geht über in die weiteren Strecken, die bis nach Israel im Südwesten reichen. So besteht wieder eine Autobahnverbindung quer durchs Land, von Nord nach Süd. Dies hat für das Militär eine große Bedeutung, denn nun können Truppen aus dem Süden auf dem schnellsten Weg in die umkämpfte Region um Idlib im Nordwesten gefahren werden.

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