Großzügig erwies sich unsere Regierung beim Verschicken von Atemschutzmasken nach China, während sie hierzulande knapp werden. Ihr Nutzen ist allerdings ohnehin gering.

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Coronavirus: Regierung verschenkt Schutzmasken an China, bei uns droht Knappheit

Das Coronavirus hat seit einigen Tagen auch Österreich erreicht. Mittlerweile sind mehrere Menschen hierzulande daran erkrankt und einige unter Quarantäne gestellt. Atemschutzmasken werden in vielen Städten knapp, in den meisten Apotheken sind sie bereits ausverkauft. Dennoch schickte die schwarz-grüne Bundesregierung kürzlich zahlreiche der massiv nachgefragten Masken nach China.

Atemschutzmasken nach China geflogen

In einer gemeinsamen Aktion des Sozial- und des Innenministeriums, wurden am 22. und 23. Februar insgesamt 27 Tonnen medizinisches Material nach China geflogen, um damit dort das Coronavirus einzudämmen. Der Hauptanteil der Lieferung umfasste Atemschutzmasken, medizinische Handschuhe, Schutzbrillen sowie Desinfektionsmittel.

Diese Solidarität ist angesichts der steigenden Fälle in Europa und Österreich allerdings fragwürdig, wie einige erboste Bürger bereits in den sozialen Netzwerken anmerken und kritisieren. Denn in heimischen Apotheken und Spitälern dürfte ein akuter Mangel an Atemschutzmasken herrschen, so etwa in Linz oder Klosterneuburg. Und auch in Wien berichten immer mehr Apotheken, dass Schutzmasken ausverkauft seien.

Fraglicher Nutzen von Schutzmasken

Der tatsächliche Nutzen von zumindest Einmal-Atemschutzmasken ist allerdings umstritten. Experten betonen, dass diese keinen Schutz gegen Viren und die Ansteckung damit bieten. Das Robert-Koch-Institut in Berlin betont, dass es „keine hinreichende Evidenz“ dafür gebe, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Risiko einer Ansteckung für gesunde Menschen deutlich verringere.

Man bräuchte schon eine Spezial-Maske, die Feinstaub, Rauch und Flüssigkeitsnebel abhält, um sich effektiv zu schützen. Und auch dann muss diese richtig angebracht sein und regelmäßig gewechselt werden.

Update eines Lesers:

Es gibt Staubmasken die nur groben Staub filtern, Hygienemasken welche andere Personen vor Sekreten aus der eigenen Nase und Mund schützen und Atemmasken welche fast vollständig vor Bakterien und Viren schützen. In der Regel sind diese in der EU mit Ffp3 gekennzeichnet, aber auch Ffp2 Masken haben große Wirkung. Es macht sehr wohl einen gravierenden Unterschied ob man 1, 10 oder 100 Viren einatmet. Mit der richtigen Maske kann man sich sehr wohl schützen, nur gibt es in Österreich keine 9 Millionen Ffp3 Schutzmasken. Nur aus diesem Grund wird seit Wochen völlig unwissenschaftlich die Wirkung von Schutzmasken klein geredet. Auch das Robert Koch Institut hat vor Corona ausdrücklich Schutzmasken mit Ffp3 Standard bei Virengefahr empfohlen. Die Regierung ist nicht in der Lage in Österreich die Vliesproduktion und eine Herstellung von Masken zu organisieren. Hier liegt das eigentliche Problem und nicht bei der Wirkung von Schutzmasken. China hat nur durch den Einsatz von Masken, Handschuhen und Brillen sowie Ganzkörperanzügen seine Einsatzkräfte erfolgreich geschützt. Würde man solche Sets an jeden in der Bevölkerung austeilen wäre z.B. ein Supermarktbesuch wieder sehr sicher. Die Handhabe kann man mit einem Stück Papier erklären. Ich hoffe das sich die Medien dem Thema einmal wissenschaftlich nähern und nicht auf die Handwaschwitze gegen einen Virus der vorwiegend eben nicht durch Hände übertragen wird einlassen. Die berechtigte Forderung muss lauten eine Vliesproduktion einzuleiten, 20 Millionen Masken zu produzieren, zu verteilen und den Umgang damit zu erläutern.

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