Um scheinbar Stimmung für Migranten zu machen, verbreitete der Kurier Falschmeldungen über einen angeblich erschossenen Flüchtling in Griechenland.

Foto: msn Nachrichten / Screenshot
Kurier verbreitet Fake News über erschossenen Flüchtling in Griechenland

Wie sehr Mainstream-Medien Stimmung für die tausenden Migranten machen, die derzeit mit aller Gewalt versuchen, von der Türkei nach Griechenland durchzubrechen, beweist einmal mehr der Kurier. Reißerisch titelte die Tageszeitung in ihrer Onlineausgabe kurzzeitig „Griechische Soldaten erschießen Flüchtling“. Dabei handelt es sich um plumpe „Fake News“.

Kurier übernimmt ungeprüft Falschmeldung

Ein derzeit in den sozialen Netzwerken kursierendes Video, das angeblich einen angeschossenen Flüchtling an der türkisch-griechischen Grenze zeigt, war für den Kurier Grund genug, daraus sofort eine Skandalmeldung zu produzieren. Man berief sich in dem Artikel auf einen BBC-Journalisten in der Grenzregion, der angeblich bestätigt hat, dass das griechische Militär einen syrischen Flüchtling aus Aleppo beim gewaltsamen Überwinden der Grenze erschoss.

Selbst schrieb der Kurier zu den ungeprüften „Fakten“:

Der KURIER konnte die Authentizität des Videos und den Tathergang vorerst nicht bestätigen.

Stilles Dementi: „Offenbar Fake News“

Die Geschichte dürfte aber so augenscheinlich falsch gewesen sein, dass der Kurier gleich mehrmals seinen Online-Artikel still und heimlich abänderte. Letztlich musste man den Bericht als „offenbare Fake News“ titulieren, nachdem griechische Behörden einen entsprechenden Vorfall dementiert hatten.

Das hindert den Kurier allerdings nicht daran, den Artikel immer noch online auf seiner Seite abrufbar zu lassen.

Fakten-Check? Fehlanzeige!

Dabei hätte dem Kurier schon ein kurzer Fakten-Check des Videos genügt, um es als zumindest fragwürdig einzustufen. Zum einen sind weder ein konkreter Ort des Geschehens, noch eine Verletzung der Person deutlich auf dem Video erkennbar. Und überhaupt soll die angebliche Leiche direkt zurück in die Türkei gebracht worden sein. Daher kann auch keine Behörde den Vorfall tatsächlich überprüfen.

„Rechtsradikale“ haben Lesbos „übernommen“

Der Kurier behauptet in einem weiteren Artikel, „Rechtsradikale“ hätten die Insel Lesbos „übernommen“ und würden Migranten verprügeln und am Anlanden hindern – und beruft sich dabei auf einen Fotografen, der diese Schnurre dem Tagesspiegel erzählt haben soll. Auch hier – keinerlei Gegenrecherche, aber gleich groß auf die bösen Rechten losgehen.

In der gestrigen Abend-ZIB des ORF hingegen sah man zahlreiche Inselbewohner, die sich der neuerlichen Invasion ihres ohnehin sehr eingeschränkten Lebensraums widersetzen und ein Migranten-Boot mit Stöcken am Landen hindern (ohne jemanden zu verprügeln). Von „Rechtsradikalen“ war keine Rede – und wenn man sich die chaotische Lage auf den mit illegalen Migranten vollgestopften griechischen Inseln vor der türkischen Küste anschaut, dann bedarf es wahrlich keiner „Rechtsradikalen“, um diese Zustände unhaltbar zu finden und etwas dagegen zu unternehmen. Das kann nicht einmal der Kurier leugnen – „Widerstand von der lokalen Bevökerung (gegen die bösen „Rechtsradikalen) gibt es keinen“, stellt der zitierte Fotograf fest.

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