Sebastian Kurz‘ Sprecher twitterte, dass die letzte Konferenz des Kanzlers eine „peinliche Inszenierung“ war.

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„Peinliche Inszenierung“: Kurz-Sprecher kritisiert Kanzler auf „Twitter“

Der Sprecher von Bundeskanzler Sebastian Kurz, Gerald Fleischmann, machte aus Versehen seine Ansichten zur letzten Pressekonferenz des Kanzlers auf Twitter öffentlich – später bestritt er, dass die Nachricht von ihm stammte.

Was Fleischmann übel aufzustoßen scheint, ist die gestrige Konferenz, bei dem Bundeskanzler Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober ankündigten, dass die Direktflüge von Österreich nach Südkorea, in den Iran und in die norditalienischen Städte Mailand und Bologna wegen der Corona-Epidemie vorerst eingestellt und „Gesundheitschecks“ an der österreichisch-italienischen Grenze eingerichtet werde sollen.

„Was für eine peinliche Inszenierung!“

Fleischmann, der Kurz schon seit dessen Zeit als Integrationsstaatssekretär begleitet, kritisierte daraufhin seinen Vorgesetzten scharf:

Was für eine peinliche Inszenierung! Warum muss der Kurz eine Konferenz zur AUA und zu Flugverkehr und zu Grenzkontrollen machen, was geht ihn das überhaupt an!? Lasst das Anschober machen, dann fühl ich mich wohler.“

An seine Follower hatte sich der langjährige Sprecher des ÖVP-Obmanns mit seiner ungewöhnlichen Nachricht wohl nicht gewandt, denn schon kurz nach dem Absetzen des Tweets war dieser bereits wieder gelöscht – natürlich nicht, ohne dass aufmerksame Nutzer des Kurznachrichtendienstes Fleischmanns denkwürdigen Beitrag mit einem Bildschirmfoto festhielten. Offensichtlich handelte es sich bei der deutlichen Kritik des Medienbeauftragten an seinem Chef um eine persönliche Nachricht, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war.

Kurz-Kritik war ein „schlechter Scherz“

Am Ende blieb Fleischmann, der auch stellvertretender Kabinettschef von Kurz ist, nichts anderes übrig, als sich von seiner unfreiwilligen Kanzler-Schelte zu distanzieren: Einen „schlechten Scherz“ hätte sich da wohl jemand erlaubt, postete er heute Morgen auf Twitter – natürlich könnte sich „jeder denken“, dass die Nachricht nicht von ihm sei. Wie der Tweet zustande kam, bleibt damit offen, für den 46-jährigen Kurz-Vertrauten bleibt es jedoch eine hochnotpeinliche Angelegenheit.

 

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