Das sind die veröffentlichten Zahlen auf der Seite des Gesundheitsministeriums, die leicht von den kolportierten Zahlen aus dem Sozialministerium abweichen.

Foto: Gesundheitsministerium
Corona-Infiziertenzuwachs um 21 Prozent – bei 17 Prozent weniger Testungen

So ist das mit den PR-Pressekonferenzen der Bundesregierung! Am Samstag, 21. März, jubelte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) über die Abflachung der Kurve von Coronavirus-Infizierten. Heute, Montag, stellt sich heraus: Es gibt beinahe fünfmal soviele Infizierte am Tag wie vor Beginn der strengen Maßnahmen.

Anstieg stärker als in Großbritannien und Niederlanden

Zahlenmäßig sind das 3.924 bei 23.429 Testungen (Stand heute, 15.00 Uhr, laut Sozialministerium – die im Titelbild angeführte Zahl stammt aus demselben Ministerium, allerdings von der alle 15 Minuten aktualisierten Seite info.gesundheitsministerium.at, aber auch Stand 15.00 Uhr – eigentlich sollten die beiden Zahlen gleich sein). Die Anzahl der registrierten Infizierten stieg also von gestern auf  heute um 21 Prozent.

Die Tage zuvor, die zur Anschober-Jubelmeldung führten, lag die Zuwachsrate bei 19, 18 bzw. 15 Prozent. In den beiden in Kritik stehenden Ländern, Großbritannien und Niederlande, die erst viel später mit Maßnahmen begonnen haben und diese auch weniger streng handhaben als in Österreich, gibt es eine geringere Zuwachsrate. Vereinigtes Königreich: 13 Prozent (von 21. auf 22. März),  Niederlande: 16 Prozent (22. auf 23. März).

Massiver Anstieg trotz weniger Tests

Der nun wieder deutlich stärkere Anstieg an registrierten Infizierten in Österreich ist auch insofern bemerkenswert, da diesem Anstieg weniger Testungen gegenüberstehen. Diese sanken im Vergleich zum Vortag um 17 Prozent (von 2.823 auf 2.061). Wie das mit der Ankündigung Anschobers, die Testungen massiv zu erhöhen, zusammenpasst, ist nicht erklärbar.

Rätselraten über Jubelmeldung Anschobers

Schon am Samstag gab es Rätselraten über die Jubelmeldung Anschobers. Unzensuriert mutmaßte, dass die Abflachung der Infizierte-Quote, die der grüne Gesundheitsminister hinausposaunte, unseriös sei. Schon gar nicht hätte dies mit den restriktiven Maßnahmen der schwarz-grünen Regierung zu tun gehabt, die nur fünf Tage vorher gestartet worden waren.

Denn das Institut für Höhere Studien (IHS) sagt, dass die Sicht auf die Daten sich um neun Tage verzögert, da die durchschnittliche Inkubationszeit fünf bis sechs Tage – plus Verzögerung, bis die Testergebnisse vorliegen – beträgt.

Regierung soll von PR- auf Krisen-Modus umstellen

Anschober ist deshalb zu raten, die ohnehin schon verunsicherte Bevölkerung mit seinen Aussagen nicht noch mehr zu verwirren. Die Bundesregierung ist gefordert, endlich vom PR-Modus auf Krisen-Modus umzuschalten.

Statistik Gesundheitsministerium

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