Noch gibt es in Österreich – im Gegensatz zu Polen und Ungarn – keine Anzeichen der Afrikanischen Schweinepest, die auch Hausschweine befallen kann.

Foto: Michael Strobel / pixabay.com
Droht Österreich die Schweinepest? Hohe Risikobewertung bei Wildschweinen

Der für Landwirtschaft zuständige freiheitliche Nationalratsabgeordnete Peter Schmiedlechner beobachtet mit großer Sorge die afrikanische Schweinepest (ASP). Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass sich diese Krankheit im polnischen Niederschlesien breitgemacht hat. Nach Angaben der polnischen Behörden mussten vorsorglich mehr als 24.000 Tiere getötet werden. Für den betroffenen Schweinezuchtbetrieb gelten bereits seit Wochen strenge Regeln, weil er in einem sogenannten Restriktionsgebiet liege. In diesen Gebieten war die Seuche bereits bei Wildschweinen nachgewiesen worden. Deshalb ist der Transport von Schweinen und der Handel mit ihrem Fleisch untersagt.

ASP-Fälle auch in Ungarn

Schmiedlechner meinte gegenüber unzensuriert, dass auch ASP-Fälle in Ungarn bekannt geworden seien. Und er befürchtet, dass die Schweinepest demnächst in Österreich landen könnte. Der Abgeordnete hatte bereits vor zwei Monaten eine parlamentarische Anfrage eingebracht, und das Landwirtschaftsministerium schätzt die ASP-Ausbreitung bei Wildschweinen als hoch ein. Bei Hausschweinen wird das Risiko als mittel eingeschätzt.

In der Beantwortung heißt es im Detail:

Die Risikobewertung für die Wildschweine ergibt sich daraus, dass es keinen Impfstoff gegen die ASP gibt und die Wildschweinpopulation in Österreich voll empfänglich gegenüber dem ASP-Virus ist, die Übertragung des Erregers nicht nur auf direktem Weg, sondern auch indirekt über unsachgemäße Entsorgung von Fleisch und Fleischprodukten und über Schuhe, Kleidung, Fahrzeuge, Jagdhunde usw. möglich ist. Auch ist die Wildschweinedichte in Österreich – besonders im Osten –relativ hoch, sodass auch von einer Weiterverbreitung von Wildschwein zu Wildschwein nach der Erstinfektion auszugehen ist.

Die Risikobewertung für den österreichischen Hausschweinebestand ergibt sich daraus, dass es keinen Impfstoff gegen die ASP gibt; das Bewusstsein für Biosicherheitsmaßnahmen und die Gefahr, die vom ASP-Erreger ausgeht, relativ hoch ist. Seit 2014 sind Fälle in Europäischen Mitgliedstaaten evident und die Behörden, aber auch die Stakeholder hatten Gelegenheit, eine gut funktionierende Informationsschiene aufzubauen.

Kommt endlich Impfstoff gegen ASP?

Schmiedlechener frage auch nach, wie die Risikobewertung bei der Geflügelpest aussieht (auch Vogelgrippe genannt). Eine Ausbreitung wird von mittel bis hoch eingeschätzt. Der FPÖ-Politiker hält fest: „Eine Ausbreitung dieser Tierseuchen muss unbedingt verhindert werden, um die Versorgungssicherheit mit österreichischem Geflügel- und Schweinefleisch sicherzustellen.“ Einen Lichtblick sieht der Freiheitliche in der Forschung. Wissenschaftler verschiedener Institute in China und den USA haben kürzlich mitgeteilt, Lebend-Impfstoffe gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) entwickelt zu haben. Erste Testreihen seien vielversprechend verlaufen.

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