Unter UNO-Generalsekretär Kofi Annan mehrte sich der Einfluss privater Interessen auf die supranationalen Weltorganisationen stark.

Foto: US Mission in Geneva / Wikimedia (public domain)
Der verhängnisvolle Einfluss von Konzernen und Privatpersonen auf das Weltgeschehen

Am 11. März erklärte der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO das Corona-Virus erstmals zur Pandemie. Seither vergeht kein Tag, an dem die WHO nicht warnend ihren Zeigefinger erhebt. Ihre mahnenden Worte haben Gewicht.

Zu 80 Prozent durch Spenden finanziert

Doch wer steckt hinter dieser supranationalen Organisation? Die WHO ist Teil der UNO, sitzt in Genf und hat 194 Mitgliedsstaaten. Ganz offiziell stammen ihre Mittel zu 80 Prozent von Spendern, nur 20 Prozent der WHO-Finanzierung wird durch Pflichtbeiträge der Mitgliedsländer erbracht. Insgesamt verfügt die Organisation über rund 4,4 Milliarden Dollar Jahresbudget.

Nicht erwähnt wird in den offiziellen Darstellungen, wer die Spender sind. Tatsächlich sind die Spender nämlich Türöffner für Pharmakonzerne, die die Gesundheitspolitik der WHO beeinflussen. Allein 629 Millionen Dollar – das sind mehr als 14 Prozent des gesamten Budgets – stammen zum Beispiel von der Bill und Melinda Gates Stiftung. Dort besetzen zahlreiche Vertreter der weltweit größten Pharmafirmen den Vorstand. Und die hat ihre eigenen Interessen.

Geldgeber mit eigenen Interessen

Der Journalist und UNO-Experte Andreas Zumach sagte über diese Gemeingelage schon 2017 im Deutschlandfunk:

Weil damit diese privaten Spender ganz wesentlichen Einfluss haben auf das, was die WHO dann tut oder was sie nicht tut. Und wenn sie wesentlich jetzt Programme finanziert, bei denen die großen Pharmaindustrien ihre Gewinne machen – das sind, erstens, Impfprogramme –, statt die Basisgesundheitssysteme in vielen Ländern zu stärken (…), dann ist das im Ergebnis schlecht, weil immer mehr Menschen sterben beziehungsweise keinen Zugang haben zu den Basisgesundheitsdienstleistungen, damit sie gar nicht erst mehr krank werden.

Türöffner mit Friedensnobelpreis

Dass heute bei zahlreichen UNO-Organisationen die Privatwirtschaft massiv an Einfluss gewonnen hat, geht auf den ehemaligen UNO-Generalsekretär Kofi Annan zurück. Der ghanaische Diplomat war von 1997 bis 2006 der siebte Generalsekretär der Vereinten Nationen und erhielt 2001 gemeinsam mit dieser Organisation den Friedensnobelpreis für seinen „Einsatz für eine besser organisierte und friedlichere Welt“.

Aufgrund geringer werdender Zahlungen der Nationalstaaten und unter dem Eindruck, sich auf Zusagen und Geldmittel einzelner Regierungen nicht mehr verlassen zu können, wandte sich Annan Ende des 20. Jahrhunderts an andere Akteure und Geldgeber und hat damit Unternehmen, aber auch Privatpersonen wie George Soros die Möglichkeit eröffnet, auf die weltweite Politik direkten Einfluss zu nehmen. Der Geschäftsführer der weltweit tätigen Hilfs- und Menschenrechtsorganisation „medico international“, Thomas Gebauer, sieht die WHO folglich als „Geisel potenter Geldgeber“ und „Spielball für Business-Interessen“.

Kofi Annan

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