Coronavirus-Seuche: Nach Art eines „mittelalterlichen Prangers“ werden in Bosnien Personen, die gegen ein Ausgehverbot verstoßen, online gegenüber der Öffentlichkeit vorgeführt.

Foto: Nomo / Wikimedia (CC-BY-SA-2.5)
Bosnien veröffentlicht „Online-Pranger“ gegen Coronavirus-Sünder

Der weltweite Kampf gegen das Coronavirus führt zu immer einschneidendere Maßnahmen in einzelnen Staaten. Um diese „Weltseuche“ zu bekämpfen, haben bosnische Gesundheits- und Sicherheitsbehörden jetzt einen sogenannten „Online-Pranger“ gegen Coronavirus-Sünder eingerichtet und veröffentlicht. Wer sich in Bosnien nicht an verordnete Ausgangssperren hält, wird öffentlich und damit gegenüber seinen Nachbarn und Mitbürgern bloßgestellt.

In der Praxis schaut das so aus, dass der vollständige Name und die Heimatgemeinde der mutmaßlichen Gesetzesbrecher auf einer Internet-Plattform veröffentlicht werden. In einem Fall soll sogar die genaue Wohnadresse offengelegt worden sein.

„Sünder-Kartei“ auch in Tageszeitungen

Aber nicht nur im Internet kann man die Corona-Sünder nachlesen. Auch in Tageszeitungs-Inseraten werden jetzt Namen und Herkunft der beim Verstoß gegen Ausgangssperren ertappten Bürger veröffentlicht.

Nachdem sich ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz hierzullande auch für „Big Data“ im Zusammenhang mit der Überwachung von Bürgern in der Coronavirus-Krise ausgesprochen hat, fürchten Bürgerrechtler, dass man sich auch bald in „bosnischen Verhältnissen“ befinden könnte. Vor allem die Anleihen, die sich Kurz bezüglich Überwachungsstaat aus Israel holt, stoßen vielen Bürgern sauer auf. 

Pranger

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