Über den Link von heute.at kommt man nur noch auf diese Seite, auf der zuvor darüber berichtete wurde, dass auch der Milliardär Rene Benko um Staatshilfe angesucht haben soll.

Foto: Screenshot / heute.at
In Zeiten der Corona-Krise wird Abhängigkeit der Medien sichtbar

Es ist nicht neu und auch nicht überraschend, dass österreichische Medien offensichtlich am Gängelband der Regierung hängen und ihre Kontrollaufgabe schon lange nicht mehr in dem Ausmaß wahrnehmen, wie sie es sollten. In der Corona-Krise wird das aber für alle noch deutlicher sichtbar als sonst.

Heute.at löschte Benko-Artikel

Jüngstes Beispiel dieser Analyse: Die Tageszeitung heute.at löschte einen Artikel über Milliardär Rene Benko. Inhalt des Berichts: Der bekannte Geschäftsmann, der immer wieder als enger Freund von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) genannt wird und über ein deutsches Konstrukt auch starken Einfluss auf österreichische Medien (Kronen Zeitung, Kurier) bekommen haben soll, habe um Staatshilfe angesucht.

Das zumindest liest man aus dem Link heraus, der zum inzwischen verschwundenen Artikel auf heute.at führen soll. Da heißt es: „Kaufhaus in Nöten – Benko braucht dringend Geld.“ Drückt man auf diesen Link, erscheint die Zahl 404 und der Text: „Hoppla! Diese von Ihnen aufgerufene Seite existiert nicht. Wahrscheinlich war sie veraltet und wurde gelöscht“. Hier der Link:

https://www.heute.at/s/kaufhaus-in-noten-benko-braucht-dringend-geld-45926656

Auch Kurier löschte für Regierung unangenehme Geschichte

Also veraltet war die Geschichte sicher nicht. Vielmehr müssten da besondere Mächte im Spiel gewesen sein, um die hochinteressante Wirtschaftsgeschichte zu killen. Wem war es unangenehm, dass die Story über den Kurz-Freund, den Milliardär, der um Staatshilfe ansucht, in die Öffentlichkeit kam? Und wer hat so viel Einfluss auf eine angeblich unabhängige Zeitung, dass ein Artikel gelöscht werden kann?

Kein Einzelfall übrigens. Auch der Kurier löschte kürzlich einen – vielleicht für manchen sehr unangenehmen – Artikel. Es handelte sich um ein Interview mit dem renommierten Infektiologen Wolfgang Graninger, der in diesem Kurier-Gespräch meinte: „Die Regierung hätte die Grenzen zu Italien schon viel früher schließen müssen“. Lang überlebte dieser Satz die Öffentlichkeit nicht.

Meinungs-Diktatur bis über die Staatsgrenzen

Es wäre ja auch zu schön, wenn in Zeiten der „Message-Control“ eine andere Meinung Platz hätte als die der Kurz-Regierung. Und die gleichen Medien regen sich jetzt furchtbar darüber auf, dass Viktor Orbán vom eigenen Parlament legitimiert wurde, per Notstandsverordnung bis zum Ende der Krise zu regieren, wie das etwa Armin Wolf in einem skandalösen ZIB2-Interview mit der ungarischen Justizministerin Judit Varga am Dienstag Abend tat. Aber sehen sie selbst – hier das Interview, in der Wolf die Minsterin in einer Weise vorführt, als würde sie eine Bananan-Dikatur vertreten. Zum Schluss wurde sie im ORF-Insert auch noch als „Innenministerin“ bezeichnet.

Screenshot / heute.at

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