Selbsternannte „Seenot-Retter“ locken Illegale ins Meer, um sie dann nach Europa zu schippern – allein die „Aquarius“ schleppte zwischen 2016 und 2018 rund 30.000 Migranten in die EU.

Foto: Ra Boe / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0-DE)
Trotz Corona-Einschränkungen: Migration läuft munter weiter

Auch während der Corona-Krise kommen Asylsuchende über das Mittelmeer. Die NGO-Flüchtlingshilfsorganisation „Alarm Phone“ hat  heute, Mittwoch, rund 70 illegale Migranten in einem Boot auf die italienische Insel Lampedusa gebracht. Die Initiative warf auf Twitter Malta vor, es habe dem angeblich seeuntauglichen Boot mit 67 Insassen keine Hilfe geleistet, als es sich in der maltesischen SAR-Zone („Search and Rescue Zone“) befunden habe. Sieben weitere Personen sind der APA zufolge mit einem Schlauchboot unweit der sizilianischen Stadt Marsala an Land gegangen.

„Alarm Phone“ ist eine Initiative mehrerer europäischer und afrikanischer Organisationen. Im Impressum zeichnen Helmut Dietrich von der sogenannten „Forschungsgesellschaft Flucht & Migration“ mit Sitz in Berlin sowie ein Maurice Stierl verantwortlich. „Alarm Phone“ wolle „Rettungsaktionen initiieren, um Menschenrechtsverletzungen zu verhindern“, heißt es auf ihrer Internetseite.

„Sea Eye“-Schiff mit 150 Migranten

Weiter ungewiß ist indes, wo die deutsche „Alan Kurdi“ anlanden darf. Das Schiff der BRD-Organisation „Sea-Eye“ hatte laut eigenen Angaben in den vergangenen Tagen bei zwei Einsätzen 150 Asylsuchende auf dem Mittelmeer aufgenommen. „Italienische und maltesische Ministerien haben mittels einer Verbalnote betont, daß man einer Ausschiffung von geretteten Personen auch dann nicht zustimmen werde, wenn die Verteilung der Geretteten im Vorhinein geregelt werde“, teilte „Sea-Eye“ mit.

Deutschland soll Illegale aufnehmen

Italien habe die Organisation aufgerufen, angesichts der Corona-Krise keine Einwanderer an Bord zu nehmen. „Jedes Menschenleben ist wertvoll. Wir vertrauen darauf, dass es dem deutschen Außenminister gelingt, für 150 Menschenleben zusätzliche Verantwortung zu übernehmen. Denn Deutschland ist schließlich unser Flaggenstaat“, hieß es in einer Mitteilung von „Sea-Eye“. Wären ihnen jedoch Menschenleben wirklich wichtig, würden sie den Leuten in ihrer Heimat helfen, anstatt sie durch ihre Schlepper-Hilfstätigkeiten ins Mittelmeer zu locken, um sich dort dann als „Retter“ aufzuspielen.

Zahlen heuer nicht gesunken

Laut der Internationalen Organisation für Migration blieb die Zahl der Einwanderer, die über das Mittelmeer nach Europa wollen, während der Corona-Krise ähnlich hoch wie in den Vergleichsmonaten 2019 und 2018. Die libysche Küstenwache habe allein in den vergangenen Tagen hunderte illegale Seefahrer zurück nach Libyen gebracht. Dem Ganzen ließe sich freilich schnell ein Ende setzen, wenn Deutschland seine Grenzen auch für Asylanten schließen würde, anstatt nur für Europäer.

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