Gerade einmal 0,37 Prozent beträgt die Mortalität des Coronavirus im Kölner Kreis Heinsberg – kaum mehr als bei einer gewöhnlichen Influenza.

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Studie: Corona-Sterblichkeit fünfmal niedriger als angenommen

Die Maßnahmen im Zuge der Corona-Epidemie bereits jetzt langsam zu lockern fordert der Virologe Hendrik Streeck. Da sich die meisten Menschen „so aktiv und diszipliniert“ an die Vorschriften halten würden, sei es bereits jetzt möglich, in eine zweite Phase einzutreten, verlautete der Virologie-Professor der Universität Bonn am heutigen Donnerstag.

Sterblichkeit von nur 0,37 Prozent

Streeck, der auch Direktor des Institus für Virologie und HIV-Forschung seiner Hochschule ist, hatte im Kreis Heinsberg im Regierungsbezirk Köln untersucht, wie sich das neuartige Coronavirus in dem besonders von der Epidemie betroffenen Landkreis ausgebreitet hatte – ein erster Bericht zu seiner Studie gibt jetzt Entwarnung: In der Gemeinde Gangelt wurde bei insgesamt 15 Prozent der untersuchten Einwohner eine Infektion mit dem Virus nachgewiesen, sogar bei dieser hohen Zahl soll es sich um eine „konservative“ Berechnung handeln, sagte Streeck.

Gemessen an den Todesopfern der Virusinfektion liegt die Sterblichkeit, also das Risiko daran zu sterben, bei gerade einmal 0,37 Prozent, also erheblich weniger als andere Einrichtungen wie das Robert Koch-Institut (RKI) oder die Johns Hopkins-Universität in Baltimore für Deutschland errechnet hatten – letztere geht sogar von einer bundesweiten Sterblichkeit von 1,98 Prozent aus. Zum Vergleich: Die Mortalität von Grippewellen liegt jedes Jahr bei 0,1 bis etwa 0,2 Prozent

Experten fordern Rücknahme von Corona-Maßnahmen

Auch scheint sich im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg die Einschätzung Streecks zu bestätigen – dort werden immer weniger neue Infektionen verzeichnet: „Der Kreis Heinsberg ist an einer riesengroßen Katastrophe vorbeigeschlittert“, befand der Heinsberger Landrat Stephan Pusch. Werden die Regeln zum Abstandhalten und zur ausreichenenden Hygiene beachtet, könne man die strengen Auflagen von Bundes- und Landesregierung „kontrolliert zurückfahren“, meinte dazu der Bonner Infektiologe Martin Exner.

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