Krone-Redakteur Claus Pándi glaubt, dass seriöse Informationen nur herkömmliche Medien liefern.

Foto: Ivan Radic / flickr.com (CC BY 2.0)
Krone-Redakteur Pándi bittet Leser um Vertrauen in „herkömmliche Medien“

In seinem Kommentar unter dem Titel „Wir vertrauen wieder dem Vertrauten“ schreibt Kronen-Zeitung-Redakteur Claus Pándi:

[…] Wir tasten uns durch den Dschungel zwischen verschwörungstheoretischem Unsinn und den seriösen Informationen der herkömmlichen Medien […]

Kritischer Journalismus findet nicht mehr statt

Mit „herkömmlichen Medien“, denen die Leser Vertrauen schenken sollen, ist wohl auch die Kronen Zeitung gemeint. Davon kann ausgegangen werden, will man Pándi keine masochistischen Tendenzen unterstellen. So bittet also einer der prominentesten Mitarbeiter der jetzt „anderen Kronen Zeitung“, gerade in der Corona-Krise doch seinem Blatt Glauben zu schenken.

Treibt Pándi ein schlechtes Gewissen an, dass er diesen Kommentar verfasste? War es gar ein Auftrag seiner Chefs? Es grenzt schon an Beleidigung seiner Intelligenz, sollte Claus Pándi wirklich glauben, was er da schreibt. Denn ausgerechnet in der Corona-Krise haben herkömmliche Medien versagt, „kritischer Journalismus findet nur noch in den alternativen Medien statt“, meinte auch der anerkannte Journalist und frühere Chefredakteur der Presse, Andreas Unterberger.

Totalitäre Überwachungs-Phantasien der Regierung

Tatsächlich hat auch die Kronen Zeitung das Desaster rund um die geplante, verpflichtende „Stopp Corona“ App auf den Mobiltelefonen und das Leise sterben dieser totalitären Überwachungsfantasien der Regierung kaum kritisch beleuchtet, die holprigen Zahlenspiele des Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) zu Corona-Infizierten einfach hingenommen, ohne sie zu hinterfragen, das Hin- und Her bei Speisenabholungen widerspruchslos hingenommen oder die widersprüchlichen Aussagen von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) zum Thema „Asyl“ einfach überhört.

Regierungshörigkeit auch auf lokaler Ebene

Wie regierungshörig die Kronen Zeitung geworden ist, hat Anfang April auch der Chefredakteur der Tirol-Ausgabe eindrucksvoll unter Beweis gestellt: In seiner Glosse „Meinert meint“ meinte Claus Meinert innerhalb von fünf Tagen ganz was anderes. FPÖ-Vorschläge zur Lockerung der Quarantänemaßnahmen wurden scharf kritisiert, als diese dann von der ÖVP übernommen wurden, gab es plötzlich Lob.

Die Liebe der Kronen Zeitung zur schwarz-grünen Regierung geht sogar so weit, dass Desinformation betrieben wird. Im Bericht über die Verlängerung des Spitzensteuersatzes bei der Einkommenssteuer wurde die FPÖ angepatzt, obwohl tatsächlich Schwarz-Grün im Regierungsprogramm auf dessen Verlängerung vergessen hat. Krone-Schreiberin Doris Vettermann kann froh sein, dass die Regierung mit dem angekündigten Gesetz gegen Desinformation noch nicht ernst gemacht hat, sonst säße sie vielleicht als eine der Ersten auf der Anklagebank. Denn verdrehter konnte man den tatsächlichen Sachverhalt kaum mehr darstellen.

Die Methoden der Krone in der „Liederbuch-Affäre“

Es geht noch schändlicher: Die Methoden der Krone in der „Liederbuch-Affäre“ am Höhepunkt des steirischen Wahlkampfes waren der Tiefpunkt im heimischen Journalismus. Textzeilen aus dem Buch „Liederliche Lieder“ sollen von der Kronen Zeitung mittels eines selektiven Zitats so konstruiert worden sein, um einen Beleg für Antisemitismus zu präsentieren.

Und da soll sich noch jemand auf die „seriösen Informationen der herkömmlichen Medien“ verlassen, „Vertrautem vertrauen“, wie es Claus Pándi in seinem Kommentar schreibt? Sein Schlusssatz könnte daher – passend zu Ostern – als Selbstgeißelung verstanden werden:

Gut beraten sind jene, die den Selbstbewusstesten und den Lautesten am meisten misstrauen.

Kronen Zeitung

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