Geht es nach der ÖVP-Lehrergewerkschafft, beginnt die Schule erst wieder September.

Foto: DALIBRI / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0)
Lehrergewerkschaft will Schulbetrieb erst wieder ab Herbst

Obwohl das Durchschnittsalter der an oder mit Corona Verstorbenen jenseits der 80 Jahre liegt (bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von aktuell 79,3 Jahren bei Männern und 84 Jahren bei Frauen) und fast alle Corona-Toten schwere Vorerkrankungen hatten, sollen die Schulen nach dem Wunsch der schwarz-grünen Regierung weiterhin geschlossen bleiben. Das unterstützt die ÖVP-nahe Lehrergewerkschaft; man sorgt sich um die Lehrer, die ein relativ hohes Durchschnittsalter hätten.

„An Schulstart nicht zu denken“

An den Schulen fehle es derzeit an Schutzmasken, Desinfektionsmitteln und Zugang zu Seife und warmem Wasser in den Klassen. Lehrervertreter Paul Kimberger stellt in harschem Ton klar:

Solange diese Hygienemaßnahmen nicht eingehalten werden, ist an einen Schulstart nicht zu denken.

Für ihn ist der Schulbetrieb vor dem Sommer grundsätzlich möglich, aber nur „vorsichtig und schrittweise“. Ältere Schüler zuerst, weil sie sich an Gebote wie das Tragen von Masken, Händewaschen und Abstandhalten eher halten. Dass der Schulbetrieb möglich ist, beweist übrigens Dänemark, das am 14. April die Schulen wieder geöffnet hat – ohne Schutzmasken.

Eigenartige Prioritätensetzung

Opposition und Eltern kritisieren die schwarz-grünen Regierungsentscheidungen zu den Schulschließungen massiv. Während Handel und Sportstätten zumindest teilweise wieder öffnen dürfen, sitzen die Schüler zu Hause. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Christian Deutsch sagte dazu am Freitag:

Für die Kurz/Kogler-Regierung kommen offenbar Golfplätze vor Schulplätzen. Das ist untragbar und zeigt, dass die Regierung Familien und Kinder im Stich lässt.

Endlich Klarheit schaffen!

In der Kritik steht auch die Hinhaltetaktik der schwarz-grünen Regierung über die beschlossenen Covid-19-Maßnahmen und ihre Dauer. Über Forderungen von Vorfeldorganisationen wie die Lehrergewerkschaft wird offenbar geschaut, wie die Bevölkerung reagiert; erst dann wird gehandelt.

FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer und FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl fordern rasche Klarheit:

Seit der letzten Parlamentssitzung ist Bildungsminister Faßmann mit umfangreichen Gestaltungsmöglichkeiten im Schulbereich ausgestattet – Entscheidungen trifft Minister Faßmann aber nur zögerlich. Schüler, Studenten und deren Eltern brauchen aber nun rasch Klarheit.

Schule

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