Rauchverbot: Es rumort in der ÖVP

4028mdk09/Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Rauchverbot: ÖVP-Spitzengastronom gibt sich enttäuscht über Regelung

Es rumort innerhalb der Kurz-ÖVP. Der türkis-schwarze „Messias“ wird zum dunkelschwarzen „Gott sei bei uns“, wenn es etwa um das Thema absolutes Rauchverbot in der Gastronomie geht. Jetzt hat sich mit dem Gastronom, Hotelier und Spartenobmann für Tourismus in der Wirtschaftskammer Niederösterreich Mario Pulker, erstmals ein ausgewiesener Parteigänger von Sebastian Kurz kritisch zum von der ÖVP mitgetragenen Rauchverbot in der Tageszeitung Standard geäußert:

Das ist eine parlamentarische Entscheidung, und diese gilt es zu respektieren. Über die schwerwiegenden Folgen für die betroffenen Betriebe haben sich die Verantwortlichen allerdings offenbar zu wenig Gedanken gemacht.

ÖVP-Mann Pulker sieht 12.000 Gastronomiebetriebe betroffen

Der ÖVP-Mann und führende Wirtschaftsbundfunktionär Pulker, der auch in der Fachgruppe Gastronomie auf Bundesebene der Chef ist, sieht nicht weniger als 12.000 Gastronomiebetriebe durch das absolute Rauchverbot massiv bedroht, wie er gegenüber dem Standard anmerkt:

Von 60.000 WKO-Mitgliedsbetrieben brauchen in etwa 12.000 die Raucher. Gerade im Nachtgeschäft. Verbannt man sie nach draußen, nehmen dort Lärm und Geruchsbelästigung zu. Das stört Anrainer und kreiert auf Unternehmerseite immense Probleme. Die Folgen einer derartigen Entwicklung haben wir in Bayern und anderen Ländern gesehen. Lärm vor der Betriebsanlage kann zu Sperrstundenvorverlegungen führen.

Pulker gibt sich erbost über Bürokratieschikane

Und damit nicht genug. Der schwarze Gastronom Pulker gibt sich geradezu erbost über die neue Bürokratieschikane, die seine eigene Mutterpartei mit Wissen und Willen von Ex-Kanzler Sebastian Kurz hier mitunterstützt hat. Auch die immer wieder ins Treffen geführten Argumente für den Arbeitnehmerschutz sind für ihn vorgeschoben:

20 Prozent der Betriebe sind Einzelunternehmer. Diesen Wirten will man jetzt vorschreiben, was sie in ihrem Lokal machen dürfen? Außerdem wurde gemeinsam mit der Gewerkschaft eine Regelung geschaffen, dass Mitarbeiter nicht im Raucherbereich arbeiten müssen, wenn sie es nicht wollen. Lokale ohne Nichtraucherbereich dürfen maximal 50 Quadratmeter groß sein. Mehr als ein Angestellter arbeitet da nicht. Außerdem stört es der Erfahrung nach in solchen Lokalen meistens weder Gast noch Mitarbeiter, dass geraucht wird. Muss so ein Lokal nun schließen, gibt es keine Gewinner.

Mit seiner Kritik ist Pulker längst nicht allein, immer mehr ÖVP nahe Gastronomen proben den Aufstand gegen die eigene Mutterpartei in Sachen absolutes Rauchverbot.

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