Eine deutliche Mehrheit der Österreicher spricht sich für die Abschaffung der GIS-Gebühr aus.

Foto: zVg.
56 Prozent für Abschaffung der GIS-Gebühr, nur 34 Prozent dagegen

Wenn das keine Überraschung ist! Nach einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsinstitut Gallup (Onlinebefragung mit 1.000 Interviews) sind 56 Prozent der Österreicher für die Abschaffung der GIS-Gebühr, nur 34 Prozent finden diese „ORF-Steuer“ in Ordnung.

Große Ablehnung bei Jungen

Am heftigsten sollen demnach die jüngsten Befragten die GIS-Zahlung ablehnen: 60 Prozent der 16- bis 30-Jährigen sind gegen die Rundfunkgebühr und befürworten die Abschaffung. Am stärksten ausgeprägt sei dieser Wunsch bei den FPÖ-Wählern, sagt Gallup-Geschäftsführerin Andreas Fronaschütz im Standard.

Kickl verlangt Aussetzung der Zahlung

Die FPÖ kämpft als einzige Partei weiterhin für die Abschaffung der GIS-Gebühr. Jetzt, in der Corona-Krise, verlangt FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl sogar das Aussetzen der Zahlungen – auf Facebook meint er:

Wenn Banken Kredite und Vermieter die Mieten stunden, wenn Energiekonzerne vorübergehend auf das Inkasso ihrer Rechnungen verzichten, dann kann man das auch vom ORF verlangen. Der vorübergehende Verzicht auf die GIS-Gebühren wäre ein nötiges Zeichen der Solidarität des ORF gegenüber seinen derzeit besonders belasteten Hörern und Sehern.

Wenn Banken Kredite und Vermieter die Mieten stunden, wenn Energiekonzerne vorübergehend auf das Inkasso ihrer…

Gepostet von Herbert Kickl am Samstag, 18. April 2020

ORF-Kurzarbeit sorgte für Unverständnis

Kickl stellt damit keine unmögliche Forderung an die ORF-Geschäftsführung, die in der Corona-Krise selbst für Unverständnis bei ihren Sehern sorgte, als der Großteil der Belegschaft rückwirkend mit 1. April auf Kurzarbeit geschickt wurde. Heißt: Das Geld für diese Beschäftigten kommt vom Arbeitsmarkt Service (AMS), also vom Steuerzahler.

Während der Krise lässt sich der ORF also vom Steuerzahler finanzieren und hebt trotzdem die GIS-Gebühr ein. Kassiert also doppelt. Außerdem fragt man sich, wie es möglich sein kann, das Programm aufrecht zu erhalten, wenn die meisten Mitarbeiter auf Kurzarbeit sind, im geringsten Fall also nur zehn Prozent arbeiten?

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