Wenn man sich mediale Berichterstattung einfach erkauft, wie das die Bundesregierung aktuell macht, erfreut man sich auch plötzlich Rekord-Zustimmungswerten, wie Kanzler-Sprecher Gerald Fleischmann indirekt zugibt.

Foto: Regina Aigner / BKA
Kurz-Sprecher gibt indirekt zu: Ohne (gekaufte) Medien wäre Rekordzustimmung nicht möglich

Interessante Details über die politische Strategie von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) verriet dessen Sprecher und „PR-Mastermind“ Gerald Fleischmann kürzlich in der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Dort erklärte Fleischmann ganz offen, dass die Rekord-Zustimmungswerte für die „Anti-Corona-Maßnahmen“ sowie die schwarz-grüne Bundesregierung im Allgemeinen nicht ohne die massive Mithilfe der Mainstream-Medien möglich wäre. Der gekauften, wie er später auch indirekt zugibt.

Medien für Regierung so wichtig wie Lebensmittel

Fleischmann lehnt sich gleich zu Beginn des Interviews weit aus dem Fenster, als er mit einer gewagten Aussage tief in die wahren Intentionen der Regierung blicken lässt: Für die Bundesregierung (vor allem Kurz) seien die Medien in Österreich nämlich mindestens genauso wichtig und „systemrelevant“ wie Lebensmittel oder die Justiz.

Denn ohne diese Medien wäre es auch nicht möglich gewesen, der Bevölkerung die restriktiven und immer destruktiveren Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie schmackhaft zu machen:

Ohne die Information und die Bildung der Medien wäre es undenkbar gewesen, dass die Bevölkerung die Maßnahmen so mitträgt.

Für Hofberichterstattung gibt es das große Geld

Damit die Medien auch weiter brav im Modus der Hofberichterstattung verweilen und sich die Zustimmungswerte dadurch in astronomische Höhen steigern, hat ihnen die schwarz-grüne Regierung den Zugang zu Millionen Euro ermöglicht. Denn die Medien erhalten als einzige Wirtschaftsbranche (!) in Österreich eine Sonderförderung.

Der Grund liegt für Fleischmann in der „staatspolitischen Verantwortung“, die sie während der Corona-Krise „ganz herausragend wahrgenommen haben“. Wie staatspolitisch verantwortungsvoll Boulevard-Medien wie Oe24, Heute oder die Kronen Zeitung berichten, darüber lässt sich freilich streiten. Denn genau diese Boulevard-Medien erhalten dank der Sonderförderungen am meisten Geld von der Regierung und somit von den Steuerzahlern.

Zwölf Millionen für Tageszeitungen, 2,7 Millionen für Wochenzeitungen

Bei den Summen wird so mancher von Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit betroffener Österreicher (immerhin insgesamt bald eine Million) blass. Denn von den Sonderförderungen erhalten Tageszeitungen ganze zwölf Millionen Euro, Wochenzeitungen immerhin noch 2,7 Millionen. Privatsender im TV dürfen sich über 15 Millionen Euro freuen, nicht-private wie der ORF über zwei Millionen Euro.

Da sich der Verteilungsmechanismus nach der Höhe der gedruckten Auflage richtet (3,25 Euro pro Druckexemplar), sind es wiederum Boulevard-Medien, die am meisten profitieren. Die Kronen Zeitung erhält so 2,7 Millionen Euro, Gratis-Postillen wie Heute und Österreich je 1,8 Millionen Euro. Das ergibt zusammengenommen mehr als die Hälfte der „Corona-Printhilfen“. Dass die gedruckten Exemplare nicht unbedingt ident sind mit der Zahl der tatsächlich verkauften bzw. gelesenen Zeitungen, wurde bei der Förderungs-Berechnung geflissentlich ausgeblendet.

Berichterstattung auch durch Inserate erkauft

Diese Summen sind allerdings vergleichbar niedrig, wenn man sich erst die Bundesausgaben für Inserate in den diversen Medien genauer ansieht, die einer indirekten Förderung gleichkommen. Vergangenes Jahr gaben Bund und Länder 178 Millionen Euro (!) dafür aus, um sechs Millionen mehr als noch 2018.

Das meiste davon floss wiederum an Krone, Heute und Österreich (insgesamt 44 Millionen Euro). Und dieses Jahr dürften die Inseratenkosten erneut ansteigen, da die Medien voll von „Corona-Informationskampagnen“ der Regierung und der Länder sind. Sogar die 200-Millionen-Euro-Grenze könnte gesprengt werden. Fleischmann wird in der FAZ folgendermaßen dazu zitiert:

Mein Eindruck ist: Niemand ist ganz zufrieden – aber alle profitieren, das ist das Wichtigste.

Mit „alle“ dürfte der Kurz-Sprecher aber vor allem den regierungstreuen Boulevard meinen.

Sebastian Kurz vor Medien

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