Die Taliban greifen immer häufiger und aggressiver die Truppen der Regierung an, während die NATO-Truppen abziehen.

Foto: bluuurgh / wikimedia.org (CC0)
Trotz Friedensverhandlungen: 30 Soldaten und Polizisten durch Taliban getötet

Offiziell ist der Truppenabzug der NATO seit dem Friedensvertrag mit den Taliban beschlossene Sache. Auch die afghanische Regierung zeigt sich verhandlungsbereit. Doch in der Realität geht der islamische Terror weiter. So wurden alleine gestern, Mittwoch, 30 afghanische Soldaten und Polizisten von den Taliban getötet.

Regierung ist auf sich allein gestellt

Es war ein wichtiger außenpolitischer Erfolg für den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump. Wie berichtetet, schloss er mit den radikal-islamischen Taliban ein Friedensabkommen. Diese sollten den Terror endgültig beenden, die NATO dafür schnellstmöglich abziehen. Unmittelbar nach der Verkündung haben die Amerikaner mit ihrem Abzug begonnen. Die offizielle Regierung, die schon mit Hilfe der NATO nicht gegen die Taliban bestehen konnte, ist nun auf sich allein gestellt. Die Taliban haben als Voraussetzung für Friedensverhandlungen die Freilassung unzähliger Gefangener gefordert. Dem kommt die Regierung fast täglich nach. Wie die afghanische TOLOnews berichtete, wurden erst heute, Donnerstag, wieder 55 islamistische Gefangene in Kabul freigelassen.

Taliban führen weiter Krieg

Wie viel die Taliban von einem Frieden halten, das wird in der Realität deutlich. Fast jeden Tag gibt es Gefechte, Hinterhalte oder Anschläge, die allesamt durch die Taliban verursacht werden. Und dennoch geht der Truppenabzug des Westens munter weiter. Der Krieg ist in den westlichen Staaten der eigenen Bevölkerung nur schwer vermittelbar. Zu hoch sind die Verluste in den eigenen Reihen, zu hoch die Kosten. Dass in Aghanistan auch die Sicherheit des eigenen Landes verteidigt wird, daran glauben wohl nur noch die Wenigsten. Die Taliban dürfen den Krieg hingegen schon jetzt als gewonnen betrachten und ihre Offensive fortsetzen.

30 Tote Beamte bei jüngsten Angriffen

Beim gestrigen Anschlag handelte es sich um mehrere Angriffe, die fast zeitgleich an verschiedenen Orten stattfanden. Wie ebenfalls TOLOnews berichtete, wurden in der Provinz Sar-i Pul im Norden des Landes bei einem offenen Angriff der Taliban elf afghanische Soldaten getötet. Das Gefecht dauerte mehr als drei Stunden lang. Die Taliban griffen dabei einen eigentlich stark befestigten „Checkpoint“ an. Gleichzeitig wurden in der Provinz Logar im Osten des Landes 19 Polizisten bei einem weiteren Gefecht getötet. Die afghanischen Polizisten sind keine Beamten im westlichen Sinne, vielmehr sind sie militärisch aufgerüstet und ausgebildet wie eine eigene Armee.

Regierung wirkt wie ein Zuschauer

Die Taliban mussten zwar laut offiziellen Angaben selbst Verluste hinnehmen, doch dass sie nicht mehr nur aus dem Hinterhalt heraus agieren, sondern sogar schwer befestigte Stützpunkte offen angreifen, zeigt ihre Stärke. Inzwischen wurden in den letzten Wochen mehr als tausend radikale Krieger wieder freigelassen. Die Regierung wirkt dabei wie ein hilfloser Zuschauer. Die Furcht, die sie vor der nahen Zukunft hat, wenn die Truppen des Westens endgültig fort sind, lässt sich unschwer erahnen.

 

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