Erst als die FPÖ Druck im Parlament machte, gab Facebook die Seite des Simmeringer Bezirksvorstehers wieder frei.

Foto: FirmBee / pixabay.com
Druck im Parlament: „Facebook“ gab Seite von Bezirkschef Stadler wieder frei

Nach zwölf Tagen hat Facebook die Seite des freiheitlichen Bezirksvorstehers von Wien Simmering, Paul Stadler, wieder freigegeben. Ausgerechnet an dem Tag, als der unverständliche Bann von Facebook gegen Stadler im Parlament behandelt wurde.

Keine Begründung für Sperre

Wie berichtet, war die Facebook-Seite des Simmeringer Bezirkschefs ohne Vorwarnung und ohne Angabe nachvollziehbarer Gründen in der Nacht auf Palmsonntag gesperrt worden. Gestern, Donnerstag, ging sie wieder online. Eine Begründung, warum die Seite so lange „außer Dienst“ gestellt worden war, gab es wieder nicht.

Causa „Stadler“ im Parlament

Bemerkenswert ist, dass Facebook die Seite genau an jenem Tag der Öffentlichkeit wieder zugänglich machte, als die „Causa Stadler“ im Verfassungsausschuss des Nationalrates auf der Tagesordnung stand. Die Freiheitlichen hatten die Facebook-Sperre nämlich zum Anlass genommen, einen Entschließungsantrag einzubringen. Im Wesentlichen geht es dabei um den Schutz der Meinungsfreiheit, Transparenz und Verhinderung von Zensur.

Schwarz-Grün und SPÖ gegen Meinungsfreiheit

Wenig überraschend wurde der FPÖ-Antrag von Schwarz-Grün abgelehnt, dass die SPÖ auch gegen den Schutz von Meinungsfreiheit und Verhinderung von Zensur stimmte, macht nachdenklich. Die mehrheitliche Ablehnung im Ausschuss hat nun zur Folge, dass der freiheitliche Entschließungsantrag am Dienstag im Plenum neuerlich debattiert und dass über den Antrag auch nochmals abgestimmt wird.

Allein der Antrag der Freiheitlichen hat aber gezeigt, wie schnell etwas gehen kann, wenn in der Öffentlichkeit über Einschränkung von Meinungsfreiheit diskutiert und dieser Umstand Facebook offensichtlich unangenehm wird.

Facebook

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