Die christliche Kirche prägte Europa und seine Menschen und umgekehrt. Jede Religion ist ein Spiegelbild ihrer Kultur.

Luidger / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Die Entstehung und Verbreitung der monotheistischen Weltreligionen

Heute leben auf der Welt rund 7,5 Milliarden Menschen. Davon sind 2,4 Milliarden Christen, 1,7 Milliarden Moslems, eine Milliarde Hindus, mehr als eine Halbe Milliarde Buddhisten, fast eine Milliarde Angehöriger sonstiger Religionen und rund 15 Millionen Anhänger des Judentums.

Anhänger der monotheistischen Religionen (die Anhänger dieser Religionen glauben nur an einen Gott) Christentum, Islam und Judentum sind somit rund 4,1 Milliarden Menschen, was fast 55 Prozent entspricht. Es ist zweifellos interessant sich mit der Entstehung der monotheistischen Religionen auseinanderzusetzen, da man eventuell den Wesenszug der Religion verstehen lernt.

Judentum

Das Judentum entstand vor fast 3.500 Jahren und kam einer friedlichen religiösen Revolution gleich. Bis zur Entstehung des Judentums glaubten die meisten Menschen an viele Götter, was in der Literatur als Polytheismus bezeichnet wird. Dem jüdischem Glauben gemäß schloss Gott mit Abraham einen Bund, bei dem er Abraham das „Gelobte Land“, Kanaan im heutigen Israel gelegen, versprach. Des Weiteren versprach Gott, dass Abraham viele Nachkommen habe werde. Im Gegenzug dafür sollte Abraham aber nur noch an ihn, den einen Gott, glauben, und diesen Glauben weit verbreiten. Das tat Abraham auch.

Erstmals glaubten Menschen nicht mehr an eine Vielzahl von Gottheiten, sondern nur noch an einen einzigen Gott. Das ist die bahnbrechende Kulturleistung, die vom jüdischen Volk ausgegangen ist. Der Gott der Juden wird alle anderen Götter verdrängen, die jüdische Religion großen Einfluss auf die Weltreligionen nehmen. Mit dem Judentum beginnt auch die Zeit der Schriftreligionen. Obwohl die Juden nur ein zahlenmäßig kleines Volk sind, begründen sie eine Weltreligion, die der Ausgangspunkt für das Christentum und den Islam ist.

Christentum

Das Christentum ist eine Weltreligion, die aus dem Judentum hervorging. Es geht zurück auf den jüdischen Wanderprediger Jesus von Nazareth, der in den Jahren 28 bis 30 unserer Zeitrechnung auftrat und in Jerusalem hingerichtet wurde. Seine Jünger bezeichneten ihn nach seiner Kreuzigung und Auferstehung als den Sohn Gottes. Jesus Christus, der Sohn Gottes, bildet mit Gott Vater und dem heiligen Geist eine Wesenseinheit, die sogenannte Trinität.

War die Gründung des Christentums und die Verbreitung in den ersten Jahrhunderten im Orient und in Europa noch eine friedliche Ausbreitung, die durch die Apostel und Jünger von Jesus getragen wurden, verlief die Verbreitung des Christentums auf anderen Kontinenten häufig nicht friedlich. Am Anfang der Verbreitung wurden die zum Christentum übergetretenen Menschen grausam verfolgt. Später zwangen christliche Eroberer und Kleriker viele Menschen mit Gewalt sich taufen zu lassen und Christen zu werden, beispielsweise in Sachsen, aber auch in Mittel- und Südamerika. Heute ist das Christentum eine friedvolle Religion, die sich gegenüber anderen Religionen tolerant verhält, sich jedoch der Folgen dieser Toleranz offensichtlich nicht bewusst ist.

Islam

Der Islam gründete sich auf die Offenbarungen des Propheten Mohammed (570 bis 632 nach Christus), der in Mekka lebte und während seines Lebens immer wieder Botschaften von Gott empfing, die als Suren im Koran gesammelt sind. Damals glaubten die Bewohner Mekkas noch an viele Götter, denen sie in der Kaaba, einem Steingebäude, opferten.

Mohammed begann zu predigen, jedoch gefiel den Kaufleuten nicht, dass Mohammeds Anhängerschaft immer größer wurde. Als er weiterhin seine Botschaften verkündete, sollen die Kaufleute einen Mordanschlag auf ihn geplant haben. Doch Mohammed wurde gewarnt. Mohammed entschloss sich im Jahr 622 mit seinen Anhängern nach Medina zu gehen. Diese Auswanderung („Hidschra“) markiert das Jahr eins der Islamische Zeitrechnung. Mohammed führte seit 623 mehrere Feldzüge gegen Mekka, bis im März 628 ein Waffenstillstand geschlossen wurde. 630 übergaben die Führer von Mekka die Stadt an Mohammed, der daraufhin die heidnischen Götterbilder aus der Kaaba entfernen ließ. Nach Mohammeds Tod führten die muslimischen Araber viele Kriege, die sie damit rechtfertigten, dass sie die Völker befreien wollten. Heute ist der Islam eine dynamisch wachsende Weltreligion, die auch im Zuge der Einwanderung in Europa eine starke Verbreitung findet und der das Christentum in Lethargie zusieht.

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, unterstützen Sie bitte das Projekt unzensuriert mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: EASYATW1), ltd. Unzensuriert

Copy link