Die Zahl der angeblichen „Corona-Toten“ ist in Südtirol um 382 Prozent höher als in Nord- und Osttirol. Die Berechnungsmethoden dabei erscheinen abenteuerlich und werfen die Fragen auf: Cui bono?

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„Corona-Sterblichkeit“: Risiko südlich der Brennergrenze dramatisch höher – oder auch nicht

Ein Vergleich der „Corona-Toten“ lässt einige massive geographische Unterschiede erkennen. Der Vergleich zwischen Nordtirol und Südtirol ist sogar explosiv.

Im Bundesland Tirol sind 101 sogenannte Corona-Tote (Stand 27. April, morgens) zu beklagen, in Südtirol aber 270. Wie erklärt sich ein solcher Unterschied in einem Land mit gleicher Sozial- und Wirtschaftsstruktur? Offensichtlich durch die Staatsgrenze, die mitten durch das Land verläuft, weshalb der Norden zu Österreich, der Süden aber zu Italien gehört. Die Fakten im Detail zeigen, dass die Differenz sogar noch brutaler ist, als schon auf den ersten Blick erkannt.

Pech für Tiroler südlich der Brennergrenze

Da Nordtirol 758.000, Südtirol aber 532.000 Einwohner hat, ist die Todesrate je 100.000 Einwohner umzurechnen, um einen direkten Vergleich zu erlauben. Während Nordtirol demnach 13,3 Todesfälle pro 100.000 Einwohner aufweist, sind es in Südtirol 50,8. Die Zahl der Corona-Toten ist in Südtirol demnach um 3,82 Mal höher als in Nord- und Osttirol.

Das löst Kopfschütteln aus und verlangt nach einer Ursachensuche. Die Wahrscheinlichkeit, an Corona zu sterben, ist für jene Tiroler, die das Pech haben, südlich der Brennergrenze zu leben, viermal größer als nördlich davon.

Auslastung der Intensivbetten unter 80 Prozent

In Südtirol standen in den öffentlichen Krankenhäusern zu Beginn der Krise 35 Intensivbetten zur Verfügung. Bis Ende März waren sie auf 80 erhöht worden, von denen am Höhepunkt der Krise 18 Intensivbetten nicht belegt waren. Das entspricht einer maximalen Auslastung von 77,5 Prozent. Auch die Kapazitäten waren noch nicht ausgereizt.

Damals wurde an der weiteren Aufstockung auf 90 gearbeitet, zudem standen einige Intensivbetten auch in den Privatkliniken zur Verfügung, die ebenfalls aufgestockt worden waren. Problematischer war die Aufbringung des nötigen Personals und die Konzentrierung der Beatmungsgeräte in Bozen, was die Grundversorgung in den anderen Landeskrankenhäusern benachteiligte.

Irrelevante Unterschiede in intensivmedizinischer Betreuung

Am Höchststand wurden 51 Südtiroler Patienten gleichzeitig intubiert. Sicherheitshalber wurden fünf Intensivpatienten nach Österreich und sechs in die Bundesrepublik Deutschland überstellt und dort versorgt, wo die Lage weit entspannter war.

In Nord- und Osttirol standen Ende März mit 222 doppelt so viele Intensivbetten zur Verfügung, von denen nur 102 belegt waren. Die Auslastung betrug 46 Prozent. Wegen der freien Kapazitäten konnten fünf Südtiroler Patienten übernommen werden, was acht Prozent der damaligen Südtiroler Corona-Intensivfälle entsprach.

Todesfälle in Seniorenwohnheimen generell eingerechnet

Die eklatantesten Unterschiede: Im Bundesland Tirol standen 398 Beatmungsgeräte zur Verfügung, in Südtirol nur 70; in Nord- und Osttirol gibt es 4.177 Normalbetten, in Südtirol nur 1.457. Die von Rom zentralistisch vorgegebenen und von der Südtiroler Landesregierung nicht wirklich abgewehrten Kürzungen und die Schließung von Abteilungen an den Krankenhäusern machen sich bemerkbar. Der Unterschied in der Zahl der „Corona-Toten“ lässt sich damit aber nicht erklären.

Erklären lässt er sich zum Teil durch aufgeblasene Zahlen. Anfang April wurden in Südtirol alle Todesfälle in Seniorenwohnheimen plötzlich in die Zahl der „Corona-Toten“ eingerechnet. Das sind bisher 106 zumeist hochbetagte Verstorbene, die weder auf einer Intensivstation, noch überhaupt in einem Krankenhaus behandelt worden waren. Das bestätigt die Gesamtzahlen, dass der Großteil der „Corona-Toten“ Hochbetagte mit geschwächtem Immunsystem und Vorerkrankungen sind.

„Corona-Tote“ älter als durchschnittliche Lebenserwartung

Insgesamt waren mehr als 70 Prozent der Südtiroler „Corona-Toten“ zum Todeszeitpunkt bereits älter als die durchschnittliche Lebenserwartung. Ohne die Toten aus den Seniorenheimen nähert sich das Verhältnis von 101 Toten in Innsbruck und 164 Toten in Bozen immerhin an, weist aber mit 30,8 Todesfällen in Südtirol eine erhöhte Sterblichkeit gegenüber Nordtirol von 232 Prozent auf.

Das Zahlenspiel durch Einrechnung der Toten aus den Seniorenheimen zeigt jedoch, dass die Zahlen der angeblichen „Corona-Toten“ insgesamt zu relativieren sind.

Nur Obduktionen bringen Klarheit – und die will keiner

Mehr Klarheit würden nur Obduktionen bringen, die aber laut vorgegebenem Verhaltensprotokoll in Italien nicht stattfinden sollen. Auch das Robert-Koch-Institut, das die Bundesregierung in Berlin berät, wünscht solche nicht. Wo sie dennoch stattfinden, stellen die Pathologen fest, dass die Zahl der „Corona-Toten“ um mindestens 40 bis 50 Prozent, wahrscheinlich noch deutlich mehr, nach unten zu korrigieren ist.

Tatsächlich ist ja weder in Nord-, noch in Südtirol (oder auch insgesamt) mangels Obduktionen geklärt, ob die Verstorbenen „an“ oder nur „mit“ dem Virus im Blut und möglicherweise an einer ganz anderen Ursache verstorben sind. Genau dieser Unterschied würde aber viele der ruinösen Anti-Corona-Einschränkungen womöglich als maßlos übertrieben entlarven. Und umgekehrt die Frage erlauben, ob Italien mit der Vermeldung besonders vieler „Corona-Toten“ nicht vielleicht nur versucht, sich ausreichend EU-Gelder für die dringendste Sanierung ihrer vorher schon extrem maroden Staatsfinanzen zu sichern.

Interesse an möglichst vielen „Corona-Toten“

Das Südtiroler Rechenbeispiel nährt jedenfalls den Verdacht, dass manche Regierungsverantwortliche an mehr Toten interessiert scheinen. Warum? Wegen der Aussicht, weitere Panik schüren zu können? Gibt es noch andere Gründe?

Insgesamt steht die Zahl der „Corona-Toten“ in Italien auf wackeligen Beinen und ist stark zu hinterfragen, da jeder Tote eingerechnet wird, der oft erst nach dem Tod Coronavirus-positiv getestet wurde – unabhängig von der wirklichen Todesursache.

Daraus folgt, dass es eine Corona-Epidemie in dem Ausmaß, wie es von den Regierungen in Bozen und Innsbruck, in Wien und Rom behauptet wurde und wird, weder in Nordtirol noch in Südtirol je gegeben hat.

Mögliche Erklärung für unterschiedliche Sterblichkeit

Wie erklärt sich aber der brutale Unterschied der Sterblichkeitsrate zwischen Nordtirol und Südtirol?

Am plausibelsten erscheint derzeit, dass die unterschiedlichen Todesraten in den verschiedenen Ländern auf unterschiedlichen Behandlungsmethoden beruhen. Erste Verdachtsmomente, dass die Art der Behandlung die Situation von Patienten verschlimmern und sogar tödlich sein kann, wurden in der Fachzeitschrift The Lancet bereits Anfang März als Hypothesen formuliert, ebenso in der Volksrepublik China. Eine Klärung ist nur durch mehr Untersuchungen möglich.

Fest steht, dass es Gründe für die eklatanten und laut offiziellen Statistiken tödlichen Unterschiede zwischen Nordtirol und Südtirol in der Behandlung von Corona-Patienten gibt. Die Südtiroler Bevölkerung wird spätestens nach dem Ende der Krise Fragen dazu stellen und Rechenschaft dafür verlangen.

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