Realität oder das Ausreizen einer statistischen Manipulationsmöglichkeit bei tatsächlich vorhandenen Bettenkapazitäten für Covid-19-Patienten?

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Covid-19-Patienten: Mediale Propaganda und Realität bei Spitalsauslastung

Die mediale Großoffensive mancher Medien in Sachen Covid-19-Pandemie läuft auf vollen Touren. Die Speerspitze der „gesundheitspolitischen Blitzkrieger“ sind hier wieder einmal die Tageszeitung Österreich und die gleichgeschaltete Online-Plattform Oe24. Unter dem reißerischen Titel: „Corona-Alarm: Spitälern gehen die Betten aus“ wird folgende Behauptung aufgestellt:

Wenig Platz. Experten erklären: Unter Normalbedingungen, also ohne Corona, sind 85 bis 90 Prozent der Intensivbetten ausgelastet. So viele stehen für Covid-Notfälle also gar nicht zur Verfügung. Es müssen jetzt wieder planbare Operationen verschoben werden (etwa in OÖ), um Platz zu schaffen. ÖSTERREICH recherchierte die Lage in den Spitälern. 

Verteilung.Die Zahl der Intensivpatienten stieg an einem Tag von 188 auf 203 (+8 Prozent). Der 7-Tages-Vergleich zeigt eine Zunahme von 40 Prozent. Laut AGES stehen 651 Intensivbetten für Corona-Patienten bundesweit frei. Doch diese sind ungleich verteilt. 

Steiermark. „Kleinere Spitäler stoßen schon an ihre Grenzen“, heißt es aus der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft. In den letzten fünf Tagen stieg die Zahl der Corona-Patienten hier um 70 an. Wenn es so weitergeht, dauert es 25 Tage, bis im ganzen Land alle Corona-Betten voll sind. Im LKH Weiz sind schon jetzt alle Normal- und Intensiv-Betten belegt. Patienten werden in andere Häuser gebracht – noch geht es.

Salzburg. In Salzburg ist die Situation noch dringender. Die Spitäler sind schon in einer Woche überlastet, sagt VP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer. Die Zahl der Corona-Patienten verdoppelte sich hier innerhalb von sechs Tagen. 

Anstieg von Patienten: Plus 80 Prozent an einem Tag

Vorarlberg. Ein „Notruf“ kommt auch aus Vorarlberg, die Lage ist kritisch. Innerhalb eines Tages nahm die Zahl der Patienten um 80 Prozent auf Normalstationen zu. 

Oberösterreich. In OÖ wird ein Engpass eher beim Personal erwartet.

Wien. Selbst in Wien sind ein Viertel der Intensivbetten belegt.

Statistische Fakten nennen andere Zahlen

Die Zahlen aus dem Gesundheitsministerium, Stand 26. Oktober, sprechen aber eine teilweise andere Sprache. Im Burgenland sind von den „Normalbetten“ für Covid-19-Patienten von ausdrücklich dafür gewidmeten 402 noch 375 verfügbar. In Kärnten von 100 noch 56, in Niederösterreich von 2.527 noch 2.379, in Oberösterreich von 3.323 noch 3.034, in Salzburg von 140 noch 70, in der Steiermark von 1.820 noch 1.668, in Tiroler von 144 noch 37, in Vorarlberg von 64 noch 32 und in Wien von 2.666 noch 2.393.

Bei den Intensivbetten verhält sich das Verhältnis in den einzelnen Bundesländern ähnlich. Im Burgenland sind von 21 „Intensivbetten“ noch 16 frei, in Kärnten von 40 noch 36, in Niederösterreich von 170 noch 143, in Oberösterreich von 101 noch 74, in Salzburg von 45 noch 32, in der Steiermark von 127 noch 102, in Tirol von 19 noch 11, in Vorarlberg von 20 noch 9 und in Wien von 296 noch 228.

Warum halten ÖVP-geführte Länder Kapazitäten knapp?

Aufklärungsbedürftig ist, warum die ÖVP-geführten Bundesländer Vorarlberg, Tirol und Salzburg die Bettenkapazitäten insgesamt im Vergleich zu anderen Ländern knapp halten. Im Burgenland war der Bestand bei Intensivbetten etwa am 19. Oktober mit 22 um ein Bett höher, in Kärnten mit 40 gleichbleibend, in Niederösterreich mit 170 gleichbleibend, in Oberösterreich mit 102 um ein Bett höher, in Salzburg mit 45 gleichbleibend, in der Steiermark mit 119 um sieben weniger, in Tirol mit 18 um ein Bett geringer, in Vorarlberg mit zwölf um acht weniger und in Wien mit 304 um acht mehr.

Echte Kapazitätsschwankungen, oder gesteuerte Manipulation?

Jetzt stellt sich die Frage, ob es hier zu echten Kapazitätsschwankungen bei der Verfügbarkeit von belegten und freien Betten für Covid-19-Patienten kommt, oder ob dahinter wieder eine statistische Manipulationsmöglichkeit machtpolitisch ausgereizt wird. Und das Ausreizen von Manipulationsmöglichkeiten wäre bei Covid-19-Maßnahmen der schwarz-grünen Bundesregierung auch keine Seltenheit. Man erinnere sich nur an den „Ostererlass“ von Gesundheitsminister Rudolf Anschober. 

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