James-Bond-Darsteller Daniel Craig kann in den nächsten Monaten nur im Wachsfigurenkabinett bei Madame Tussauds bewundert werden – oder beim „Streaming“.

Foto: Aashish Rao / wikimedia.org (CC-BY-3.0)
Weltkonzern Cineworld möchte seine britischen Kinos schließen

Die Covid-19-Maßnahmen haben weltweit zu einer Wirtschaftskrise quer durch alle Branchen und Sektoren geführt. Das macht auch vor der Unterhaltungswirtschaft nicht halt. Aktuell bereitet sich der Weltkonzern Cineworld darauf vor, in Großbritannien und Irland alle seine Kinos zu schließen. Begründung für Cineworld, aber auch andere Unterhaltungsgiganten, ist, dass ohne das Abspielen von Kassenschlagern wie dem neuen James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ („No Time To Die“) die gesamte Kinobranche nicht überlebensfähig sei.

Die Verschiebung des eigentlich für November geplanten Kinostarts des neuen Bond-Streifens auf Anfang April 2021 ist der jüngste Rückschlag für die Branche. Cineworld, das in Großbritannien und Irland insgesamt 128 Kinos mit 1.180 Spielsälen betreibt, will die konkreten Pläne demnächst bekanntgeben. Sollte diese Schließungswelle durchgeführt werden, sind allein bei Cineworld 5.500 Arbeitsplätze akut gefährdet.

James-Bond-Film war Hoffnungsanker der Branche

Bis zuletzt war der neue James-Bond-Film „No Time To Die“ der Hoffnungsanker Nummer eins der Branche, um die Kinokassen wieder klingeln zu lassen. Nach der Wiedereröffnung von Kinos nach dem „Lockdown“ kamen die Zuschauer aufgrund von Corona-Auflagen nur zögerlich wieder zurück.

Große Kinoketten wie Cineworld oder AMC Entertainment haben bereits angekündigt, sich im Zuge einer umfangreichen Restrukturierung neues Betriebskapital besorgen zu müssen, da nicht genug in die Kassen eingespielt werden kann. Kleine und mittelgroße Kinobetreiber könnte diese ökonomische Durststrecke überhaupt in die Pleite treiben.

„Top Gun“ und „West Side Story“ müssen auch auf 2021 warten

Die Verschiebung des Bond-Films ist aber nicht der einzige Ausfall im neuen Angebot. Bereits vorher wurden die Fortsetzungen von „Top Gun“ mit Tom Cruise oder der erfolgreichen Reihe „Fast & Furious“ von der Filmwirtschaft auf das Frühjahr 2021 verlegt. Und auch „West Side Story“ von Steven Spielberg oder die Comic-Verfilmung „Black Widow“ mit Scarlett Johansson sollen erst nächstes Jahr in die Kinosäle kommen.

Die Manager der internationalen Filmwirtschaft hoffen dann auf mehr Zuschauer. Einige neue Filme wurden und werden akutell erst gar nicht in den Kinos gezeigt, sondern direkt über Streamingdienste wie Netflix oder Amazon prime ausgestrahlt. Setzt sich dieser Trend durch, dann Gute Nacht, Kinowirtschaft.

James Bond

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