Papst Franziskus erlässt seine erste Enzyklika nach fünf Jahren. Darin bezeichnet er den polemischen ägyptischen Großimam Ahmad Al-Tayyeb, der Selbstmordattentate begrüßt, allen Ernstes als Inspirationsquelle.

Foto: Xonn / wikimedia.org (CC-BY-SA-4.0)
Großimam als Inspirationsquelle für päpstliche Migrations-Enzyklika

Assisi, Oktober 2020. Papst Franziskus unterschreibt die Enzyklika Fratelli Tutti – seine erste seit fünf Jahren. In dem Lehrschreiben geht es um globale Gerechtigkeit und den Zusammenhalt der Menschen. Aufhorchen lässt allerdings, dass hier erstmals ein Papst einen führenden Vertreter einer anderen Religion als Inspirationsquelle für seine Enzyklika nennt. Damit ist niemand geringerer gemeint als der Großscheich der Al-Azhar-Universität in Kairo, Ahmad Muhammad Al-Tayyeb.

Al-Tayyeb befürwortet Selbstmordattentate 

Der Verweis auf Al-Tayyeb überrascht. Der Großscheich unterstützte nämlich ausdrücklich terroristische Unternehmungen. Unter anderem rechtfertigte Al-Tayyeb 2002 sogar Selbstmordattentate gegen Israel. Außerdem forderte er die Führer der arabischen Welt mit folgenden Worten dazu auf, die Palästinenser in ihrem Kampf zu unterstützen:

Die Lösung für den israelischen Terror liegt in einer Ausweitung von Selbstmordattacken, die Horror in die Herzen der Feinde Allahs schlagen. Die islamischen Länder, Völker, Führer müssen diese Märtyrerattacken unterstützen.

IS nur eine zionistische Verschwörung 

Damit nicht genug, erklärte er vor dem Deutschen Bundestag, dass der Islam eine Aufklärung nicht brauche, denn die Religion müsse immer über dem Staat stehen. An Absurdität kaum zu überbieten ist Al-Tayyebs Aussage, dass der „Islamische Staat“ (IS/Daesh) das Produkt einer zionistischen Verschwörung sei, die dazu diene, neue imperialistische Militärinvasionen der USA im Nahen Osten zu rechtfertigen.

Papst als rigoroser Unterstützer des UN-Migrationspakts 

Es ist kein Geheimnis, dass der Papst den UN-Migrationspakt unterstützt. So auch in Fratelli Tutti. Hier ist er unter anderem überzeugt, dass eine umfassende Gesetzgebung für Migration geschaffen werden müsse. Man müsse die Eingliederung der Migranten in die Aufnahmeländer fördern. Eine größere Zahl von Visa müssten ausgestellt und die Antragsverfahren vereinfacht werden.

Kardinal Schönborn begeistert 

Die österreichische Resonanz ist offensichtlich gut. Denn laut Kardinal Schönborn beschreite der Papst mit diesem Dokument einmal mehr den Weg des Dialogs, der sein Pontifikat auszeichne:

 In dieser Haltung wagt Franziskus gemeinsam mit Großimam Ahmad Al-Tayyeb das Dokument von Abu Dhabi zu unterzeichnen und mit dieser Enzyklika offiziell in die Katholische Soziallehre aufzunehmen.

Papst Franziskus

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