Der  bisherige Wohnbauminister Jakov Litzman tritt wegen der Corona-Beschränkungen für das jüdische Religionsleben zurück.

Foto: https://de.wikipedia.org/wiki/Yaakov_Litzman
Israels Wohnungsminister Litzman tritt wegen Lockdown zurück

Die Politik von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei der Bekämpfung des Coronaviurs führt jetzt auch zu einer Regierungskrise. Israels Wohnungsminister Jakov Litzman von der Partei „Vereinigtes Tora-Judentum“, bisher ein wichtiger Verbündeter von Netanjahu und dem konservativen Likud-Block, hat seinen Rücktritt erklärt. Grund dafür ist der neuerliche Lockdown in Israel. Litzman war in früheren Regierungen selbst Gesundheitsminister.

Am 10. September hatte Israels Corona-Kabinett erneut strikte Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Schule und Kindergärten sollen in einer ersten Phase geschlossen werden, ebenso wie Restaurants und Handelsgeschäfte. Der Drei-Phasen-Plan muss noch von der gesamten Regierung beschlossen werden.

Lockdown für Ultrareligiöse eine Zumutung

Ex-Minister Litzman soll unter anderem wegen der massiven Einschränkung jüdischer Gebete und religiöser Handlungen in der Öffentlichkeit aufgebracht sein. Die Menschen dürfen sich demnach vom kommenden Freitagfrüh, dem 18. September an, nicht weiter als 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Die Ausgangsbeschränkungen sollen jetzt einmal 14 Tage dauern. Das trifft religiöse Juden in Israel hart, da am Freitagabend eigentlich das jüdische Neujahrsfest beginnt.

In den März- und Apriltagen betonte auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz immer wieder, dass Israel eigentlich sein Vorbild bei der Corona-Bekämpfung sei. In den letzten Wochen und Monaten verstummte der ÖVP-Kanzler aber bei seinem Lob für Israel.

150.000 Corona-Fälle bisher in Israel

Bisher wurden vom israelischen Gesundheitsministerium insgesamt 150.000 Corona-Fälle registriert. Bis jetzt starben offiziell 1.103 Personen mit oder an einer Coronavirus-Infektion. In den letzten Tagen wurden bis zu 2.500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert.

Während die Regierung Netanjahu wieder einen Lockdown-Kurs fährt, setzen sich zahlreiche Wissenschaftler und Mediziner für den „schwedischen Weg“ ein und sehen in den restriktiven Maßnahmen einen Fehler.

Jakov Litzman

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