Neue elektronische Bezahlsysteme in „Echtzeit“ könnten in der EU mittelfristig zur Bargeldabschaffung führen.

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EU-Projekt zur Vereinfachung des elektrischen Bezahlens am Start – Anfang vom Ende des Bargelds?

Während das gesamte politische System Europas mit dem Coronavirus beschäftigt scheint, werden hinter den Kulissen EU-Strategien zur schrittweisen Abschaffung des Bargeldes entwickelt. Offiziell läuft dies unter dem Projekttitel „EU-Instant Payments“ und soll elektronisches Bezahlen innerhalb der EU „einheitlicher, schneller und sicherer“ machen. Bereits Ende 2021 soll das Bezahlen in Echtzeit mit Karte EU-weit die Norm sein. Das will die EU-Kommission am 23. September beschließen.

Begründet wird dieses Projekt mit der rasanten Entwicklung der elektronischen Bezahllösungen, von der EC- oder Kreditkarte über Handy-Apps bis zur Smartwatch. Diese haben durch die Corona-Krise nochmals einen Wachstumsschub bekommen. Und das soll zukünftig im Zahlungsverkehr vermehrt genutzt werden.

EU-Kommission beklagt die Zerstückelung des Markes

Die EU-Kommission beklagt, dass der europäische „EC-Commerce“-Bereich immer noch zerstückelt sei. Mit Ausnahme von Kreditkarten globaler Anbieter und Bezahllösungen großer IT-Konzerne gebe es keine digitalen Systeme, die in ganz Europa in Geschäften und online genutzt werden können. Ziel seien hier wettbewerbsfähige europäische Lösungen.

Eine Spezialfrage dreht sich um die Möglichkeit der Rückerstattung bei digitalen Überweisungen in Echtzeit, denn bisher lässt sich eine Sofortüberweisung – anders als eine herkömmliche Banküberweisung – bei einem Fehler nicht stoppen. Die EU-Kommission räumt in diesem Zusammenhang ein, dass dafür Kosten entstehen könnten, und will Gebühren für Verbraucher notfalls deckeln. Das macht Konsumentenschützer bereits hellhörig.

Folgt der Echtzeitüberweisung die Bargeldabschaffung?

Aber nicht nur die Gebührenfrage will laut Konsumentenschützern gelöst werden. Auch die spannende Frage, ob der EU-weiten Echtzeitüberweisung nicht die Bargeldabschaffung auf dem Fuß folgt, wird immer lauter diskutiert. Vor EU-Wahlen fühlen sich die EU-Kommission und die globalistischen Parteien zwar immer bemüht, sich für den Erhalt des Bargeldes auszusprechen. Im Hintergrund arbeiten aber mächtige Lobbyisten für das Zurückdränen von Papier- und Münzgeld in Europa.

In Österreich ist eigentlich nur mehr die FPÖ als Parlamentspartei ohne Wenn und Aber für den Erhalt des Bargeldes. Andere politische Gruppierungen halten sich hier vornehm zurück. Außer die ÖVP. Ihr sogenannter „Think-Tank“, die Beratergruppe von ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz, plant sogar die Abschaffung des Bargeldes. 

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