Lebensmittelkennzeichnung: Konsumententäuschung im Supermarkt

Leider sind längst nicht alle Lebensmittel von so hoher Qualität, dass sie für ein auch noch so fragwürdiges österreichisches Gütesiegel infrage kommen. Die Angaben, die auf den Verpackungen enthalten sind, stellen für die Bürger meist zu wenig Information bereit – eine deutsche Umfrage zeigte, dass die Hälfte der Verbraucher sie nicht versteht. Wie kann nun bei der Kennzeichnung von Nahrung mehr Transparenz erlangt werden?

SupermarktAufgabe des Gesundheitsministers ist es dessen Ansicht nach offenbar nicht, für Klarheit zu sorgen: Seine Bemühungen gipfeln in der Empfehlung der wohlbekannten Ernährungspyramide. Währenddessen steht die um ihre Gesundheit besorgte Bevölkerung vor dem Problem, unnötige oder sogar möglicherweise schädliche Substanzen auf den Packungen nicht ausfindig machen zu können. Diese Inhaltsstoffe werden von den Herstellern bevorzugt in chemische Bezeichnungen oder Zahlencodes wie E437 gehüllt.

Doch auch die österreichischen Konsumentenschützer machen ihrer Position keine Ehre: Im Zuge des Listerienskandals empfiehl der Geschäftsführer des Vereins für Konsumenteninformation, der ehemalige grüne Spitzenpolitiker Franz Floss, doch einfach die Rinde des Käses abzukratzen, um sich vor eventuellen Gefahren zu schützen. Was angesichts der Listeriosetoten wie Spott klingt, erklärt sich durch die Abhängigkeitsverhältnisse des Vereins mit der Regierung: Mitglieder sind die Kammer für Arbeiter und Angestellte, für Wirtschaft und Landwirtschaft sowie der Gewerkschaftsbund. Ein Außerordentliches Mitglied ist die Republik Österreich selbst – repräsentiert durch den Konsumentenschutzminister – die die faktische Steuerung und Kontrolle des Vereins innehat.

Die erforderliche scharfe Kritik an den Geschehnissen rund um die Listerien wäre mit einer Bloßstellung des Gesundheitsministers verbunden gewesen – der der gleichen Partei wie der Konsumentenschutzminister angehört. Ähnlich verhält es sich mit den Konsumentenschützern der Arbeiterkammer. Solcherlei Abhängigkeiten verhindern objektive Informationspolitik im Sinne der Konsumenten.

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Zudem stellt der Verein für Konsumenteninformation seine Untersuchungen nur gegen Bezahlung auf der Website www.konsument.at zur Verfügung – angesichts der Finanzierung des Vereins aus Zwangsbeiträgen zu Kammern sowie Steuergeldern eine untragbare Vorgehensweise. Österreich mangelt es dringlich an Organisationen, dFrischfleischie unabhängig Fragen der Lebensmittelsicherheit und -qualität aufklären – ein vorbildhaftes Beispiel dafür ist die Organisation Foodwatch, die unter Anderem für eine Aufsehen erregende Publikation betreffend der Verpackung von Fleisch verantwortlich war: Das Gasgemisch in Fleischpackungen ist mit Sauerstoff angereichert – dies erhält die "frische" rote Farbe des Fleisches länger, während sich parallel dazu die fäulniserregenden Bakterien schneller vermehren können. Hier werden die Konsumenten in wirtschaftlichem Interesse getäuscht – und einem erhöhten Risiko ausgesetzt. In Österreich gelangte dieses Problem jedoch nicht an die Öffentlichkeit – geschweige denn äußerten sich die "Konsumentenschützer".

Aufgrund dieser Misstände stellt die FPÖ die Forderung nach einer Verbesserung des Konsumentenschutzes. Eine völlig unabhängige Organisation muss gebildet werden und die Qualität der verkaufen Lebensmittel prüfen.

Weiters fordert sie eine Erweiterung der Lebensmittelkennzeichen: Ein Warnhinweis soll auf möglicherweise krankheitserregende, geschmacksverändernde, konservierende oder genveränderte Substanzen in dem Produkt hinweisen. Weiters ist es bisher noch nicht gesetzlich verankert, die Verwendung genmanipulierten Futtermittels auf den Verpackungen von Milchprodukten oder Eiern zu deklarieren – Obwohl weltweit 80% aller gentechnisch verändertet Pflanzen als Futtermittel dienen. Ebenso sollen krebserregende oder gesundheitsgefährdende Stoffe wie Acrylamid in Form eines Ampelsystems dargestellt werden. Auch die Nährwertangaben, beziehungsweise der Gehalt von Zucker, Fett und Salz, soll auf den Nahrungsmittelverpackungen durch das Ampelsystem bewertet werden.

Foto: Joujou & Maret Hosemann / Pixelio.de

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