Bundeskanzler Sebastian Kurz propagiert in Oe24-Interview neuen Lockdown für Österreich.

Foto: European People's Party / Wikimedia (CC BY 2.0)
ÖVP-Bundeskanzler Kurz redet neuen Lock down herbei

Tag für Tag spitz ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz jetzt wieder seine Rhetorik auf einen neuen, zweiten Lockdown zu. Seine beiden Argumentationslinien sind die durch die Massentestungen in die Höhe getriebenen, mutmaßlichen Covid-19-Infektionszahlen, das dadurch an die Grenzen gekommene Contact-Tracing und eine prognostizierte Überlastung des Gesundheitssystems.

In einem aktuellen Interview mit der Online-Plattform Oe24 malt Kurz tatsächliche Horrorszenarien an die Wand:

Ich bin der Meinung, dass die Zahlen deutlich niedriger sein müssten, damit ein professionelles Contact Tracing möglich ist. Ich gehe davon aus, dass es in vielen Bundesländern nicht mehr möglich ist, der Masse der Menschen zu sagen, wo sie sich angesteckt haben. Ich teile die Einschätzung jener Virologen, die sagen: Die Lage ist extrem ernst.

Kurz-Argument: Gesundheitssystem stößt an seine Grenzen

Kurz behauptet gegenüber Oe24, dass keiner eine genaue Prognose abgeben könne. Er habe vor einiger Zeit gesagt, dass wir uns in einer Situation befinden würden, in der sich die Ansteckungszahlen innerhalb von drei Wochen verdoppeln. Wäre dieser Trend so geblieben, würden wir diese 6.000er-Marke im Dezember erreichen.

Mittlerweile sei das Wachstum ein noch schnelleres geworden und wir würden bereits in den nächsten Tagen sehen, ob sich diese Dramatik immer weiter zuspitze oder nicht. Wenn die Zahlen weiter wachsen würden, dann würde das immer problematischer, weil dann jedes Gesundheitssystem der Welt an seine Grenzen stöße.

Kurz: Für die Masse ist Covid-19 unproblematisch

Kurz musste jedoch eines zugeben: für die Masse der Menschen sei die Corona-Ansteckung relativ unproblematisch – etwa wie eine Verkühlung oder wie eine Grippe. Aber ein gewisser Prozentsatz habe einen schweren Verlauf und diese Menschen müssten geschützt werden. Insofern müsse man auf mehrere Faktoren achten, um herauszufinden, wie lange unsere Intensivmedizin dieser Herausforderung standhalten kann. Für die Stärkung des österreichischen Gesundheitssystems unternimmt Kurz allerdings nichts.

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