Katastrophenhilfe: Präsident leitete Teespende aus Sri Lanka an Familienangehörige der eigenen Garde weiter.

Foto: U.S. Department of State / Wikimedia (PD US DOS)
Präsident Michel Aoun gab Teespende aus Sri Lanka an eigene Garde weiter

Nach der Explosionskatastrophe im Hafen von Beirut vom 4. August 2020 sagten viele Mitglieder der internationalen Staatengemeinschaft Hilfe zu. Der Inselstaat Sri Lanka spendete unter anderem insgesamt 1.675 Kilogramm Tee an die Opfer in Beirut. Diese Teespende wurde vom Botschafter aus Sri Lanka in Beirut an Präsident Michel Aoun übergeben.

Das libanesische Staatsoberhaupt gab die Teespende aber nicht an die notleidende Beiruter Bevölkerung weiter, sondern verteilte sie an die Familien seiner Präsidentengarde. Dies führt nun zu massiver öffentlicher Empörung in der Bevölkerung gegen Präsident Aoun.

Präsident Aoun wird vom Volk als Teedieb beschimpft

In den sozialen Medien des Libanon kennt die Wut gegen Präsident Aoun in diesem Zusammenhang keine Grenzen. Bürger beschimpfen das libanesische Staatsoberhaupt als Teedieb. Wörtlich finden sie die Hilfsverteilung an die Entourage des Präsidenten als „skandalös“. Viele Libanesen fragen sich, wie der Umgang mit den Hilfsgeldern vor sich geht, wenn bereits eine Teespende vom Staatsoberhaupt für seine Gardisten unterschlagen wird.

Das Präsidentenamt gibt sich verständnislos gegenüber der Kritik aus dem Volk. Auch unter den Familien der Gardisten würden sich Opfer der Explosion befinden, heißt es in einer Stellungnahme. Insgesamt zeigt sich aber ein weiteres Mal, wie korrupt die Eliten im Libanon sich geben, wenn es um den Vorteil für sich und ihr engstes Umfeld geht.

Michel Aoun

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