Attentäter Kujtim F. posiert auf dem IS-Nachrichtenkanal mit einer jugoslawischen Kalaschnikow, der Tokarev Pistole und einer Machete.

Foto: Screenshot / Telegram-Kanal der Amaq (IS-Nachrichtenagentur) 
Schwerer Verdacht: Beschaffte sich Attentäter unter Augen des Verfassungsschutzes Munition?

Geheimdienste sollen gewusst haben, dass der Wien-Attentäter Kujtim F. im Juli in der Slowakei unterwegs war und offensiv versucht hat, Kalaschnikow-Munition zu kaufen. Das schreibt das Freilich-Magazin unter Berufung auf „vertrauliche Information“ der Behörde.

Unter Beobachtung Tat vorbereitet?

Es sei auch bekannt gewesen, dass der Terrorist zu diesem Zweck das Fahrzeug der Mutter eines Freundes – ebenfalls radikaler Islamist – verwendet haben soll. Es wäre ein Skandal der Sonderklasse, hätte der Mehrfachmörder von Wien tatsächlich unter Beobachtung des Verfassungsschutzes seelenruhig seine schreckliche Tat vorbereiten können.

Keine Antwort von Kanzler Kurz

Schon gestern, Dienstag, warf FPÖ-Klubobmann Herbert Kickl in seinem Pressestatement die Frage auf:

Stand der Täter unter Beobachtung des Verfassungsschutzes?

Laut Kickl spreche einiges dafür. Er habe in der Informationsrunde mit Bundeskanzler Sebastian Kurz von der ÖVP genau diese Frage gestellt, darauf aber keine Antwort erhalten. Das mache ihn, Kickl, stutzig. Der FPÖ-Klubobmann kündigte an, bei der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats heute, Mittwoch, diesbezüglich wieder auf eine Antwort zu drängen.

Kein Bündnis der Worte, sondern Bündnis der Tat

Kickl beschrieb seinen Gemütszustand vor der Presse mit „Trauer, Verbitterung und Zorn“ und meinte, dass es jetzt kein Bündnis der Worte, sondern ein Bündnis der Tat brauche. Die FPÖ habe schon lange ein Verbotsgesetz gegen den politischen Islam gefordert, weil ein wehrhafter Staat auch die Mittel benötige, um sich zu wehren. Kickl sagte zum Verbotsgesetz:

Dieses von den Freiheitlichen geforderte Verbotsgesetz bedeutet nichts anderes, als dass wir nicht erst auf eine Gewalttat oder auf eine Bluttat warten müssen, damit der Rechtsstaat eine Handhabe gegen diese feigen Terroristen hat. Sondern, dass das Gutheißen und Verherrlichen dieser Ideologie genügt, um sich strafbar zu machen. Wenn wir dieses Instrument, wie wir es vorgegeben haben, bereits an der Hand hätten, hätten wir möglicherweise auch diese Bluttat in Wien verhindern können.

IS feiert Täter als „Botschafter Allahs“

Bereits einen Tag nach dem Terroranschlag in Wien feierte die IS-Nachrichtenagentur Amaq auf ihrem Telegram-Kanal den Attentäter als „Botschafter Allahs“. Dem Freilich-Magazin gelang es, Zugang zu dem stets wechselnden Kanal zu bekommen. Dort wurde ein Foto von Kujtim F., der im Text mit seinem Kampfnamen „Abu Dagnah Al-Albany“ angesprochen wird, veröffentlicht, auf dem Kujtim mit einer jugoslawischen Kalaschnikow, der Tokarev Pistole und einer Machete posiert.

Aberkennung der Staatsbürgerschaft lag auf der Hand

Sieht man dieses Bild, muss man sich wohl auch die Frage stellen, warum diesem Mann, der über eine Doppelstaatsbürgerschaft verfügte, die österreichische Staatsbürgerschaft nicht entzogen wurde. Er war bekennender IS-Sympathisant und ausreisewillig. Medienberichten zufolge wollte Kujtim F. nach Syrien, um für den „Islamischen Staat“ zu kämpfen, wurde aber von den türkischen Behörden festgenommen und nach Österreich ausgeliefert, wo er dann seine Gefängnisstrafe wegen guter Führung nicht absitzen musste. Wem, wenn nicht ihm, sollte die österreichische Staatsbürgerschaft aberkannt werden?

Wien-Attentäter Kujtim F.

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