Österreich– und Oe24-Herausgeber Wolfgang Fellner gerät wegen seiner umstrittenen Terrorberichterstattung in die Kritik.

Foto: Manfred Werner (Tsui) / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0)
Terroranschlag führt zur Medienschlacht um Onlineplattform Oe24

Nach dem blutigen islamistischen Terroranschlag vom  2. November 2020 in Wien kommt es zu einer Medienschlacht rund um die Onlineplattform Oe24. Grund dafür sind die Berichte von Oe24 im Zusammenhang mit den detailliert geschilderten Vorgängen rund um den Terroranschlag und die Opfer. Manche Zeitgenossen fanden die über die Plattform verbreiteten Videos zum Tathergang als verstörend.

Der Vorwurf von Konsumenten und Kritikern lautet, dass die Wiener Polizei ausdrücklich erklärt habe, dass man kein Bildmaterial über den Vorfall teilen solle, da der Polizeieinsatz noch im Gange sei. Vor allem die Abbildung der Erschießung eines Terroropfers auf Oe24, aber auch krone.at sorgte für Aufsehen.

700 Beschwerden beim Presserat gegen Berichte

Nicht weniger als 700 Beschwerden sollen beim Österreichischen Presserat gegen die veröffentlichten Berichte und das Bildmaterial eingegangen sein. Darüber hinaus wurde sogar eine Petition zur Einstellung aller öffentlichen Förderungen für Oe24 erstellt und veröffentlicht.

Oe24-Herausgeber Wolfgang Fellner reagierte und ließ die Videos um 23.00 Uhr offline stellen. Er rechtfertigte die Vorgangsweise des Mediums damit, dass es zum „Verständnis“ dazugehöre, wie der Todesschütze agiert habe.

Billa und Spar entfernten Werbung von Oe24

Nach dem öffentlichkeitswirksamen Aufschrei vieler Konsumenten reagierten wiederum die beiden großen Handelsketten Billa und Spar. Beide Handelshäuser stoppten die Werbung auf Oe24 vorerst. Billa stoppte auch die Werbung auf krone.at.

Laut Der Standard ziehen sich auch noch andere Werbekunden zurück:

Die Handelskette Hofer erklärte Dienstag auf Anfrage des Grazer Grünen-Bezirkspolitikers Tristan Ammerer auf Twitter, sie würde „umgehend sämtliche Werbemaßnahmen bei diesem Onlinemedium stoppen“. Ammerer zitiert oder veröffentlicht weiters solche Ankündigungen von ÖBB, Bet-at-Home, Ikea und Spusu auf seine Anfragen hin auf Twitter, XXXLutz prüfe einen Stopp.

Gespannt darf man auch sein, wie die öffentliche Hand reagiert. Gerade in Corona-Zeiten wurde von dieser in -zigfacher Millionenhöhe in diesen Blättern inseriert bzw. bekamen diese sehr rasche „Corona-Hilfen“ ausbezahlt.

Unzensuriert bietet Ersatz-Werbefläche an

Sollten diese Handelsketten nun auf der Suche nach einem Webepartner sein, stehen wir gerne zur Verfügung. Unsere zahlreichen Leser sind auch Leute, die Lebensmittel kaufen und sicher gerne zu jenen gehen, die auch auf unzensuriert.at inserieren. Ab zehn Euro TKP ist das möglich, Anfragen an buero@unzensuriert.at.

Wolfgang Fellner

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