Die US-Sanktionen der letzten Jahren haben die humanitäre Situation in Venezuela laufend verschlechtert, immer wieder kommt es zu Protesten.

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US-Sanktionen haben 40.000 Todesopfer gefordert

Eine neue Studie der US-Denkfabrik Washingtoner Lateinamerika-Büro (Wola) hat die humanitäre Situation bezüglich US-Sanktionen gegen Venezuela analysiert. Und diese Wola-Studie kommt zum Ergebnis, dass die fortgesetzten US-Strafmaßnahmen gegen das Regime von Staatspräsident Nicolas Maduro zu einem massiven Niedergang und einer weiteren Verschlechterung der Lebensbedingungen der Venezolaner geführt hat.

Wie die Wola-Studie und eine weitere Analyse des Washingtoner Center for Economic and Policy Research (CEPR) belegen, ist in Venezuela allein die allgemeine Sterblichkeit von 2017 bis 2018 um 31 Prozent angestiegen. Dies würde im Endresultat eine Zunahme von mehr als 40.000 Todesfällen bedeuten. Und damit nicht genug, mehr als 300.000 Menschen wurden aufgrund des fehlenden Zugangs zu Medikamenten oder Behandlungen als gefährdet eingestuft.

Schwerer Einbruch bei Importen

Die US-Sanktionen haben in den letzten Jahren zu einem massiven Rückgang der venezolanischen Importe beigetragen. Die angestellten Analysen belegen, dass der Wert der durchschnittlichen monatlichen öffentlichen Importe nach Venezuela im Jahr 2019 um 46 Prozent auf 500 Millionen US-Dollar und im Jahr 2020 um weitere 50 Prozent auf 250 Millionen US-Dollar abgesunken ist.

Der Außenminister von Kuba, Bruno Rodríguez, beklagt etwa in diesem Zusammenhang, dass die Wirtschaftsblockade der USA gegen Venezuela und Kuba den Kauf von Medikamenten und medizinischen Geräten zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen verhindert hat.

Trotz Corona Blockade medizinischer Hilfsgüter

Ein Beispiel für den Stopp humanitärer Hilfslieferungen durch US-Behörden ist der Export von 100.000 Gesichtsmasken und zehn Geräten aus Kuba zur Diagnose von Covid-19, die sich auf dem Weg von China nach Kuba und dann nach Venezuela befanden. Die US-Administration hatte es abgelehnt,  trotz der Corona-Pandemie humanitären Ausnahmen von Sanktionen gegen Kuba und Venezuela zu gewähren.

Auch internationale Banken und Finanz-Institutionen, die in Venezuela oder mit venezolanischen Institutionen tätig sind, hatten die US-Sanktionen bereits in vorauseilendem Gehorsam befolgt und Geschäftsbeziehungen eingefroren. So wurden etwa auch Bankkonten von Menschenrechtsgruppen, humanitären Organisationen und Privatunternehmen geschlossen und somit finanzielle Transaktionen über lange Zeiträume verweigert oder eingefroren. Und die nachhaltige Störung der venezolanischen Erdölförderung durch die Sanktionen schwächen ebenfalls die Volkswirtschaft massiv.

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