Reinhold Mitterlehner (mit gesenktem Haupt) ist der fünfte ÖVP-Obmann der in der Ära von HC Strache (vorne) zurücktritt. Als nächster versucht es möglicherweise Sebastian Kurz (links). Auch Faymann (SPÖ, rechts) ist schon weg.

Foto: Bild: C Parlamentsdirektion / Thomas Jantzen
Sechster ÖVP-Obmann misst sich an HC Strache

Seit April 2005 und somit zwölf Jahren ist HC Strache Obmann der FPÖ. Aber ehrlich: Wer schafft es aufzuzählen, wie viele und welche Obmänner seither in der ÖVP gekommen und wieder gegangen sind?

Sechster ÖVP-Konkurrent für HC Strache

Nun, Reinhold Mitterlehner hat festgestellt, dass er der 16. Obmann ist, eine Funktion, die er demnächst komplett zurückliegen wird – samt seiner Ministerämter. Fünf davon bereits scheiterten an HC Strache. Der sechste soll demnächst gekürt werden.

Zur Erinnerung: Wolfgang Schüssel hatte mit zwölf Jahren das ÖVP-Ruder am längsten in der Hand. Er trat 2007 nach einer gescheiterten Nationalratswahl zurück. Ihm folgte sein Vertrauter Wilhelm Molterer, der eineinhalb Jahre später (Juli 2008) mit dem berühmten Satz „Es reicht“, die Koalition mit der SPÖ aufkündigte. Die Rechnung dafür bekam die ÖVP mit einer Wahlniederlage präsentiert.

Zukunftshoffnung Pröll ging nach Lungeninfarkt

Als große Zukunftshoffnung wurde Josef Pröll präsentiert, der Strache im Nationalratswahlkampf bei einer TV-Konfronation attestierte, im „Hooligan-Sektor“ zu spielen. Nach einem Lungeninfarkt im März 2011 trat auch er wieder zurück. Ihm folgte der farblos wirkende Michael Spindelegger, der im August 2014 das Handtuch warf.

Mitterlehner hat Patronen verschossen

Wieder als Zukunftshoffnung wurde Reinhold Mitterlehner geboren, der in der ÖVP-Krise die Geschäfte übernahmen. Unter tosendem Applaus beim ÖVP-Bundesparteitag in Wien wurde Mitterlehner am 8. November 2014 zum neuen ÖVP-Chef gekürt. Man hätte meinen können, die ÖVP habe noch nie einem Kandidaten so viel Rückhalt gegeben. Doch nun, am 10. Mai 2017, keine drei Jahre später – hat „Django“ seine Patronen verschossen.

Kein gutes Omen für den nächsten Obmann. Wenn er oder sie kommt– alle Zeichen stehen derzeit auf Sebastian Kurz –, es dürften im Durchschnitt knapp drei Jahre Obmannschaft bis zum politischen Ende werden.

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