Land Tirol ist seit 650 Jahren beim „Hause Österreich“

Das Land Tirol feiert heuer sein 650-Jahr-Jubiläum der Zugehörigkeit zum „Hause Österreich“. Margarete Maultasch, Gräfin von Tirol, übergab am 26. Jänner 1363 Tirol an die Herzöge Rudolf, Albrecht und Leopold von Österreich. Die Habsburger konnten mit diesem Rechtsakt ihre Hausmacht entscheidend ausbauen. Ganze 555 Jahre blieb die gefürstete Grafschaft Tirol bei Österreich. Durch das Friedensdiktat von St. Germain gegen Österreich im Jahr 1919 wurde der seit November 1918 durch die Italiener besetzte südliche Landesteil seiner Heimat Österreich entrissen. 95 Jahre dauert nun schon die Teilung Tirols. So feiert man die Verbundenheit mit Österreich und darüber hinaus mit der deutschen Volks- und Kulturgemeinschaft heute in einem getrennten Tirol.

Die letzten 650 Jahre war Tirol untrennbar mit dem Schicksal der österreichischen und deutschen Geschichte verbunden. Die Habsburger, bis 1918 „staatsrechtlich“ an der Spitze der gefürsteten Grafschaft Tirol, waren über viele Jahrhunderte gleichzeitig auch Kaiser im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ und bestimmten damit nicht nur die gesamtdeutsche, sondern auch die europäische Geschichte entscheidend mit. Im Jahr 1809 stellte sich der Tiroler Freiheitskämpfer Andreas Hofer an die Spitze des Aufstandes gegen die französischen Besatzer und bezahlte dafür mit dem Heldentod. Er leitete damit den Widerstand gegen die Franzosen in Gesamtdeutschland ein, der schlussendlich in den Freiheitskriegen und der Völkerschlacht bei Leipzig zum Ende der napoleonischen Herrschaft in Europa führte.

Tirol wird zum Opfer des italienischen Nationalismus

Nach dem Ende des „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“ wurde Tirol zum Bollwerk gegen nationalistische Bestrebungen des neu entstehenden Staates  Italiens. Der Verrat der Italiener 1915 und ihr Eintritt in das Völkerringen des Ersten Weltkriegs auf Seiten der Alliierten leiteten den Kampf um den südlichen Landesteil ein. Im Jahr 1919 wurde Süd-Tirol Italien zugeschlagen. Während des Faschismus unter Benito Mussolini gab es massive Repressionen gegen die deutsche und ladininsche Bevölkerung. Diese hielten auch nach 1945 im „demokratischen“ Italien an.

Unrechtsgrenze bleibt Stachel im Fleisch des Landes Tirol

Durch jahrzehntelange Unterdrückung der Südtiroler probten diese ab Ende der fünfziger Jahre den Aufstand. Eine breite Volksbewegung heimattreuer Südtiroler, an der Spitze Georg Klotz, Luis Amplatz und Sepp Kerschbaumer, standen gegen die Unrechtsgrenze auf. Amplatz und Kerschbaumer bezahlten ihren Einsatz mit dem Leben, Klotz durfte bis an sein Lebensende seine geliebte Südtiroler Heimat nicht mehr betreten. Ihr Einsatz war nicht vergebens. Immerhin schuf er die politischen Grundlagen für ein Autonomie-Statut, das den Tirolern im südlichen Landesteil ein gewisses Maß an Eigenverwaltung garantierte. Und er bot die Basis für eine bis heute anwachsende Bewegung, die für die Selbstbestimmung der Süd-Tiroler und eine Wiedervereinigung mit Nord- und Osttirol eintritt.

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