Peepshow oder Puff? Für Ulli Sima kein Unterschied

GucklochDie Wiener Magistratsabteilung 36 ist – so liest man auf der Webseite der Stadt Wien – zuständig für „Technische Gewerbeangelegenheiten, behördliche Elektro- und Gasangelegenheiten, Feuerpolizei und Veranstaltungswesen“. In ihren Verantwortungsbereich fälltauch das älteste Gewerbe der Welt – die Prostitution und alles, was es in dieser Richtung am Markt gibt. Wobei erhebliche Unterschiede bestehen: Eine Peepshow etwa ist nämlich kein Puff – oder sollte es zumindest nicht sein. Wien ist aber auch hier anders.

Guckloch

Guckloch

Die Peepshow in der Burggasse bewirbt ihre Mädchen im Internet.
Das Angebot reicht allerdings weit über Striptease-Vorführungen hinaus.
Foto: Screenshot guckloch.at

Die Peepshow in der Wiener Burggasse bietet ihre Dienste im Internet unter der Bezeichnung Guckloch an, wobei hier beim Zusehen ganz offensichtlich nicht Schluss ist, stehen doch neben den Damen übersichtlich aufgegliedert die Preise für diverse sexuelle Dienstleistungen, die ohne Körperkontakt zweifelsohne nicht funktionieren. Der Betreiber der Peepshow allerdings hat – er stellt selbst im Impressum den Link zur Verfügung – nur die Konzessionen für die öffentliche Aufführung von Videos und für Stripteasevorführungen.

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Es scheint also auf den ersten Blick eine Übertretung der Gewerbebefugnis vorzuliegen – so in etwa, als wenn ein Frisör auch die Dienstleistungen eines Installateurs anbieten würde. Auf diesen Umstand aufmerksam gemacht, zeigt man sich bei der MA36 allerdings alles andere als emsig. Der Anrufer wird von Pontius zu Pilatus verwiesen, bis er letztlich im Büro der politisch Verantwortlichen für diese Magistratsabteilung landet. Und das ist – wie könnte es nach all den Skandalen bei der Müllabfuhr und im Forstamt sein? –Stadträtin Ulli Sima. Anstatt umgehend tätig zu werden, vertröstete ihr Büro den Anrufer einmal um drei Tage. Man wolle sich die Sache erst einmal in Ruhe ansehen.

MA36 als Rotlicht-Lobby?

Jetzt mag für den Laien der Unterschied zwischen Peepshow und Puff nicht allzu gravierend sein, doch gerade was die Prostitution betrifft, herrschen wesentlich strengere Regeln – und mit denen hat die MA36 nicht zum ersten Mal ihre Schwierigkeiten. Der Blog Erstaunlich.at berichtete kürzlich, wie im 2. Bezirk einer Kaffeehaus-Betreiberin von einem MA36-Beamten empfohlen wurde, ihr Lokal dem Rotlicht zur Verfügung zu stellen.  Außerdem wurden in der Sperrzone, weil Wohngebiet, Sexstudios genehmigt.

Aber wer weiß, vielleicht schließt sich in dieser nicht jugendfreien Angelegenheit ja der Kreis im Sima’schen Gemeindechaos. Immerhin sind, wie Unzensuriert.at berichtet hat, einige Müllabfuhr-Mitarbeiter im Nebenerwerb mit offizieller Genehmigung des Dienstgebers als Bordellbetreiber tätig.

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