Ostermayer: Kein Dementi in der Inseraten-Affäre

Ein überzeugendes Dementi war das nicht, was Medien-Staatsekretär Josef Ostermayer in der gestrigen ZiB2 ablieferte. ORF-Moderator Armin Wolf befragte ihn zu der Inseraten-Affäre, die ihn und Bundeskanzler Werner Faymann betreffen. Ostermayer wirkte ertappt. 

Besonders befremdlich: die ausweichenden Antworten zur Causa ÖBB-Inserate. Wolf konfrontierte den Staatssekretär mit dem heutigen Kurier-Bericht, wonach es Anfang Februar 2008 ein Treffen im Wiener Lokal Stadtwirt gegeben habe. Teilnehmer: Josef Ostermayer, damals Kabinettchef von Verkehrsminister Werner Faymann, und ÖBB-Generaldirektor Martin Huber. Mit am Tisch bei dieser vertraulichen Besprechung war demnach auch ÖBB-Aufsichtsratschef Horst Pöchhacker. Laut Kurier habe Ostermayer folgenden Wunsch geäußert: „Ich brauche einige Millionen für den Werner“ – vom Marketing-Budget der ÖBB. Behaupten würde dies Martin Huber. Der hätte in seiner Einvernahme vor den Korruptions-Ermittlern unter Wahrheitspflicht ausgesagt. 

Ostermayer konnte sich im ZiB2-Gespräch an das Treffen zwar erinnern, doch nicht daran, dass er einige Millionen „für den Werner“ verlangt hätte. Defeinitiv bestreiten wollte der Staatssekretär diesen Vorwurf dann aber auch nicht. Man habe über Image-Kampagnen und Marketingmaßnahmen gesprochen.

PR-Lady muss sich von Redakteur nicht trennen

Noch unterhaltsamer wurde es, als Wolf die staunenden Zuschauer aufklärte, wie die Politiker Faymann und Ostermayer und Medien wie Kronen Zeitung, Österreich und Heute miteinander verknüpft sind. Bei Faymann durfte die Frau des Krone-Innenpolitik-Redakteurs Claus Pandi Pressechefin sein, bei Ostermayer die Lebensgefährtin eines Österreich-Redakteurs. Wolf fragte Ostermayer, ob dies Zufall sei, gerade auch, wenn ausgerechnet diese Medien von Inseraten der Bundesregierung und staatsnaher Betriebe am meisten profitieren würden. „Das ist Zufall“, meinte Ostermayer allen Ernstes. Zusatz: In Österreich würden ja nur acht Millionen Menschen leben, da könne es zu diesen privaten Verbindungen schon kommen. Und dann wurde Ostermayer so menschlich, dass dem Fernsehzuschauer fast die Tränen kamen – er sagte: „Ich würde von meiner Pressesprecherin nie verlangen, dass sie sich von ihrem Lebensgefährten trennt.“

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