Kanada: Keine Staatsbürgerschaft für Verschleierte

BildWer Kanadier werden möchte, darf sein Gesicht nicht verbergen: Freiheit und Offenheit sind nun per Gesetz Voraussetzungen für die kanadische Staatsbürgerschaft. Ein neuer Erlass verbietet Verschleierungen wie den muslimischen Gesichtsschleier, den einige extreme Muslimas tragen, bei der Staatsbürgerschaftzeremonie. Das Verbot gilt ab sofort.

 

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Das Gesicht muss beim Sprechen des Eides sichtbar sein.
Foto: Ben Barber (USAID) / Public Domain

Die Staatsbürgerschaftsrichter haben dafür zu sorgen, dass islamische Frauen ihre "Niqabs" oder "Burkas" entfernen, bevor sie den Eid der Staatsbürgerschaft schwören, wie der kanandische Integrationsminister Jason Kenney am Montag verkündet hatte: "Es ist eine öffentliche Stellungnahme, dass du der kanadischen Familie beitreten möchtest, die frei und offen abgelegt werden muss." Währenddessen sein Gesicht zu verbergen, sei "bizarr". Eine Direktive besagt, dass der Anwärter beim Sprechen des Eides gesehen werden muss.

Kenney akzeptiert das Argument nicht, dass das Tragen des Schleiers eine religiöse Verpflichtung sei, da beim wichtigsten islamischen Ereignis, der Pilgerfahrt nach Mekka, der Schleier nicht getragen werden darf. "Es ist eine kulturelle Tradition, die, so denke ich, eine bestimmte Sichtweise auf Frauen bedeutet, die wir in Kanada nicht akzeptieren. Wir wollen, dass Frauen volle und gleichwertige Mitglieder der kanadischen Gesellschaft sind, der Staatsbürgerschaftseid ist eine gute Gelegenheit, damit anzufangen."

Eid als "tiefes Prinzip, das das Herz unserer Werte betrifft"

Eine Muslima, die das Ablegen des Schleiers verweigert, kann zwar weiterhin permanent in Kanada wohnhaft sein, jedoch niemals Kanadierin werden. Zuvor hatte Kenney Beschwerden von Abgeordneten und Richtern erhalten, dass es schwer sei, zu erkennen, ob die verschleierten Frauen den Eid wirklich aussprächen, was die Vorraussetzung zur Staatsbürgerschaft darstellt. Kenney nennt dies ein "tiefes Prinzip, das das Herz unserer Werte betrifft".

Kritik kommt vom Konzil der Amerikanisch-Islamischen Beziehungen, das die Debatte "absurd" findet und versucht, über das Argument der Religionsfreiheit zu argumentieren, den Schleier zu tragen wäre eine freie Entscheidung. Sie betrachtet die Forderung nach dem freien Gesicht als "schädlich für die Gleichheit der Frauen und ihre Rechte". Auch die kanadischen Liberalen kritisieren die Entscheidung, da gerade ein Gerichtsverfahren bezüglich dieses Themas am Laufen sei.

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