Wann werden in Wien die roten Blutspuren beseitigt?

Die rot-grüne Stadtregierung setzt ihre historische Säuberungspolitik fort. Der christlich-soziale Bürgermeister Karl Lueger ist aktuelles Opfer, der nach ihm benannte Teil der Ringstraße erhält einen anderen Namen. Ständestaat-Kanzler Engelbert Dollfuß und Weltkriegs-Heerführer Conrad von Hötzendorf werden von einer Kommission wohl ihrer Ehrengräber verlustig erklärt, ebenso wie dies bereits dem Jagdflieger Walter Nowotny widerfuhr. Der nach dem 1928 verstorbenen patriotischen Dichter Ottokar Kernstock benannte Platz in Ottakring heißt schon seit Jahren Familienplatz.

Julius-Tandler-Platz

Julius-Tandler-Platz

Zu Julius Tandler hebt die rot-grüne Stadtregierung nur die positiven Seiten
seines historischen Wirkens hervor, bei Karl Lueger ist es umgekehrt.
Foto: GuentherZ / Wikimedia (CC BY 3.0)

Vier Jahre vor Ottokar Kernstocks Tod schrieb ein Wiener Arzt und SPÖ-Stadtrat seine Gedanken zu „Ehe und Bevölkerungspolitik“ nieder. Was Julius Tandler zu diesem Thema einfiel, kann durchaus wegweisend für die späteren Euthanasie-Morde der Nationalsozialisten aufgefasst werden. Da heißt es etwa:

Welchen Aufwand übrigens die Staaten für völlig lebensunwertes Leben leisten müssen, ist zum Beispiel daraus zu ersehen, daß die 30.000 Vollidioten Deutschlands diesem Staat zwei Milliarden Friedensmark kosten. Bei der Kenntnis solcher Zahlen gewinnt das Problem der Vernichtung lebensunwerten Lebens an Aktualität und Bedeutung. Gewiß, es sind ethische, es sind humanitäre oder fälschlich humanitäre Gründe, welche dagegen sprechen, aber schließlich und endlich wird auch die Idee, daß man lebensunwertes Leben opfern müsse, um lebenswertes zu erhalten, immer mehr und mehr ins Volksbewußstein dringen.

Politische Schlagseite bei Vergangenheitsbewältigung

Doch Julius Tandler hat – im Gegensatz zu Kernstock – nach wie vor seinen Platz, an dem der Franz-Josefs-Bahnhof seine Adresse hat, genauso wie Karl Marx seinen Hof, Friedrick Engels seinen Platz, Josef Stalin seine Gedenktafel und Ernesto „Che“ Guevara seine Büste gleich neben der anderer linker Diktatoren. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl erkennt die politische Schlagseite bei der Vergangenheitsbewältigung:

Historische Persönlichkeiten anhand von heutigen Kriterien zu bewerten, ist ohnehin eine peinliche gutmenschliche Unsitte. Aber selbst diese peinliche Gutmenschlichkeit scheint nur geheuchelt, wenn man sieht, wie einseitig und nach politischer Zugehörigkeit geordnet in der Vergangenheit gewühlt wird.

Solche polit-historische Säuberungsaktionen seien typisch für totalitäre Systeme, meist für solche, die im Untergang befindlich sind, zieht Kickl Parallelen zur Wiener Linksregierung.

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