Sogar in die sonst übliche „Hofberichterstattung“ der Tiroler Tageszeitung (TT)  mischt sich Kritik am Umgang der Tiroler Landesregierung mit der Coronavirus-Krise.

Foto: Ralf Roletschek / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0-AT)
„Tiroler Tageszeitung“ wagt es, Platter-Krisenmanagement zu kritisieren

Jetzt brechen langsam, aber sicher auch alte Loyalitäten im „Heiligen Land“ Tirol, wenn es um die im höchsten Maße unprofessionelle und unkoordinierte Bewältigung der Coronavirus-Krise durch ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter und dessen Krisenstab geht. Der Chef-Innenpolitiker der Tiroler Tageszeitung (TT), ansonsten Leib- und Magenschreiber für die Anliegen des ÖVP-Landeshauptmanns und seiner schwarz-grünen Regierung, übt das erste Mal Kritik an der Vorgangsweise von Platter & Co.:

Die Zahnräder für die Bewältigung der Corona-Krise bewegen sich zwischen Bund und dem Land Tirol nicht immer wie geschmiert. Das liegt nicht nur daran, dass Tirol im Krisenmanagement zuletzt auch in einen Rechtfertigungsmodus geraten ist. Das heimische Krisenmanagement gegen das Coronavirus ist irgendwie an einem toten Punkt angekommen. Es bewegt sich zwischen hintennach oder zu schnell vorneweg.

Platters Einsatzstab „unkoordiniert“ und „getrieben“?

Für TT-Nindlers ansonsten an den Tag gelegte „Hofberichterstattung“ geradezu mutig ist seine Kritik an Platters Einsatzstab, den er für „unkoordiniert“ und „getrieben“ hält:

Offensichtlich ein wenig unkoordiniert oder spätabends wie die Quarantäne für alle 279 Tiroler Gemeinden. Ein durchaus notwendiger Schritt, aber er zeigt, wie getrieben die Einsatzstäbe derzeit agieren (müssen).

Insgesamt kritisiert Nindler die mangelnde Abstimmung zwischen schwarz-grüner Bundesregierung und schwarz-grünem Land Tirol. Diese hätte in den vergangenen Tagen nicht funktioniert und zu unterschiedlichen Regelungen geführt. Für Notsituationen benötige es Transparenz, klare Sprachregelungen und nachvollziehbare Entscheidungen. Dass er in seinem Artikel den amtierenden Landeshauptmann und „Busenfreund“ nicht namentlich nennt, kann man eigentlich nur noch als „Feigheit vor dem Freund“ qualifizieren.

Tiroler Tageszeitung

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