AfD-Mandatar wird Teil der FPÖ-Gruppe im EU-Parlament – Vilimsky: „Tag der Freude!“

Marcus Pretzell, EU-Abgeordneter der Alternative für Deutschland (AfD), schließt sich der patriotischen EU-Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“ (ENF) an. Dies gab der AfD-Landesvorsitzende von Nordrhein-Westfalen heute Samstag beim laufenden Bundesparteitag der Alternative in Stuttgart bekannt. Mit Deutschland ist somit ein neunter Staat in der ausfstrebenden Fraktion vertreten.

Vilimsky als Vermittler

Besonders erfreut über Pretzells Beitritt ist der freiheitliche EU-Delegationsleiter Harald Vilimsky, der zahlreiche vorbereitende Gespräche – etwa zwischen der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry und FPÖ-Obmann HC Strache – vermittelt hat. Unzensuriert.at sprach mit ihm über die Tragweite dieses Beitritts.

Herr Vilimsky, in der ENF-Fraktion finden sich nun Mandatare aus Frankreich und Deutschland – also den beiden Kernländern der EU. Welche Bedeutung hat der Beitritt des AfD-Mandatars unter diesem Aspekt?
Vilimsky: Die Bedeutung ist enorm. Das ist für uns Freiheitliche und für alle Patrioten in Europa ein Tag der Freude. Die heutige Bekanntgabe von Marcus Pretzell, unserer Fraktion beizutreten, war begleitet von großem Jubel der Parteitags-Delegierten. Die Basis, aber auch die Spitze der AfD will diese Kooperation mit uns Freiheitlichen sowie unseren patriotischen Bündnispartnern.

Allianz seit der EU-Wahl verdoppelt

Wie sind Sie mit der Entwicklung der patriotischen Kooperation auf EU-Ebene zufrieden?
Vilimsky: Wir haben unsere Allianz seit der EU-Wahl – damals waren wie fünf Partner nahezu verdoppelt. Heute sind alle großen Nationen vertreten: Neben Frankreich und Deutschland auch Italien und Großbritannien. Das ist aber nur ein Zwischenschritt zur nächsten Etappe. Die heißt Zusammenführung EU-kritischer Kräfte unter dem Dach einer gemeinsamen Fraktion.

Das heißt, sie wollen auch die Abgeordneten um Nigel Farage bzw. Teile der von den britischen Tories dominierten EKR-Fraktion zum Wechsel motivieren?
Vilimsky: Ich denke, dass hier das Gemeinsame schon jetzt wesentlich bedeutender ist als das Trennende, das zum Teil nur noch aus den Fraktionsgrenzen besteht. Ich setze mir von der jetzigen Warte aus das Ziel „10 plus“. Im Idealfall erreichen wir Mandatare aus 15 Nationen und somit mehr als der Hälfte der EU-Staaten. Für die nächsten Monate sind einige weitere Überraschungen geplant. Was jahrzehntelang nicht möglich war, nämlich eine kontinentale Allianz patriotischer, freiheits- und demokratieliebender Parteien, manifestiert sich nun Zug um Zug. Die Widerstände dagegen sind enorm, aber es gelingt, Etappe um Etappe zu nehmen. Das gibt die Kraft, dieses Bündnis größer, stärker, effizienter zu machen.

AfD als Gegengewicht zum deutschen Polit-Einheitsbrei

Für die FPÖ war es jahrzehntelang schwer, in Deutschland einen stabilen Partner zu finden. Ist das jetzt der Durchbruch?
Vilimsky: Ganz zweifellos. Die AfD hat sich – spätestens mit den fulminanten Erfolgen bei den jüngsten Landtagswahlen – als Gegengewicht zum Einheitsbrei des deutschen Polit-Establishments etabliert. Schon die Veranstaltung in Düsseldorf mit Frauke Petry und HC Strache hat gezeigt, dass wir politisch an einem Strang ziehen. Ich habe zuletzt viele AfD-Veranstaltungen besucht und orte beidseitig im Funktionärs-, Mitglieder- und Sympathisantenbereich große Freude, dass die beiden Parteien näher zusammenrücken, nicht zuletzt, weil man über die politischen Inhalte auch Sprache und Kultur teilt.

Danke für das Gespräch!

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