„Falter“-Schreiberin Nina Horaczek sieht überall „Neonazis“ – selbst wenn es sich um uralte Hüte handelt.

Bild: Bernhard Holub / wikimedia.org (CC BY-SA 4.0)
Das gallische Dorf der „Falter“-Redaktion – umzingelt von lauter Neonazis?

Das Wiener Provinz-Blatt Falter präsentiert in der aktuellen Wochenausgabe „neue Dokumente aus der Neonazi-Zeit von Heinz-Christian Strache“. Die „neuen“ Dokumente stammen aus dem Jahr 1990 (!), also vor knapp 30 Jahren – das ist auch für ein Wochenblatt nicht wirklich neu. Und was das alles mit einer „Neonaziszene“ zu tun haben soll, kann nur einer Journalistin einfallen, die außer einem Politikwissenschaftsstudium nicht viel vorzuweisen hat.

Ledersprung alte universitäre Tradition

Eines der „neuen“ Dokumente ist eine „Coleurkarte“. Laut Wikipedia eine Postkarte einer Studentenverbindung, die kurz nach Einführung der Postkarten Mitte der 1860er Jahre aufkam. Geschickt wurde diese von einer studentischen Veranstaltung, dem „Ledersprung“, der jährlich von der Universität Leoben veranstaltet wird und ein altes studentisch-bergmännisches Brauchtum darstellt. Für den Falter alles Relikte aus der Nazi-Zeit?

Mensur ist studentisches Brauchtum

Das zweite „neue“ Dokument zeigt Heinz-Christian Strache im jugendlichen Alter nach einer Mensur. Laut Wikipedia ein traditioneller, streng reglementierter Fechtkampf zwischen zwei männlichen Mitgliedern unterschiedlicher Studentenverbindungen. Studentisches Brauchtum seit hunderten Jahren. Gepflogen auch von Personen wie Johann Wolfgang Goethe, SPÖ-Gründer Viktor Adler, Ferdinand Lassalle, Karl Marx und vielen anderen historischen Persönlichkeiten.

Aufgenommen wurde das Bild vor einer historischen Karte, die laut Falter Nazi-Deutschland zeigen würde. Tatsächlich ist es eine Karte, die deutsches Siedlungsgebiet und Sprachinseln vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges zeigt und so in jedem historischen Atlas abgebildet ist.

Heinz-Christian Strache nimmt Stellung

Auf seiner persönlichen Facebook-Seite nimmt HC Strache dazu Stellung:

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